Laudatio von Frau Dr. Fiß anlässlich der Vernissage Ölbilder von
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Laudatio von Frau Dr. Fiß anlässlich der Vernissage Ölbilder von
Laudatio von Frau Dr. Fiß anlässlich der Vernissage Ölbilder von Erik Dostmann zum Richard Hartmann Jahr im Günnewig Hotel Chemnitzer Hof am 4. 3. 2009 Sehr geehrte Damen und Herren, es scheint ein 2-Jahres-Zyklus – mit 2005 beginnend – zu sein, in dem ich die Ehre habe, einige einleitende Worte zur Eröffnung von Ausstellungen des Malers Erik Dostmann halten zu dürfen. Welch’ schöne Aufgabe, zumal in diesem Jahr, dem Richard-Hartmann-Jahr, zumal in diesen wunderschönen Räumlichkeiten. Es sind gleich mehrere glückliche Umstände, die sich für mich mit dieser Ausstellung, mit diesem Ereignis verbinden: - die Faszination der TECHNIK die Faszination der BAUKUNST und natürlich die Faszination der MALEREI. Lassen Sie mich das nachfolgend verifizieren / ein wenig ausführen: 1. Faszination der Technik Der Zeugschmied Richard Hartmann - kommt auf seiner Wanderschaft nach Chemnitz, - arbeitet erstmalig in einer Fabrik und zwar bei Carl Gottlieb Haubold, dem „Vater des Chemnitzer Maschinenbaus“ ( S.5, Chemn.Roland, Jan.09) - erkennt die Möglichkeiten, die sich ihm hier bieten, - nutzt die „Zeit des Aufbruchs“ für seine unternehmerische Tätigkeit und das mit herausragendem Erfolg für sich, seine Familie, die Stadt Chemnitz, das Land Sachsen. „Hartmann prägt mit seinem Pioniergeist und Engagement die Stadt Chemnitz auf ihrem Weg zur Industriemetropole entscheidend mit“ (A.Dresler, Industriemuseum) Der 200. Geburtstag Richard Hartmann´s ist der Stadt Chemnitz, dem Richard-Hartmann-Verein e.V., der diese Ausstellung gemeinsam mit dem Chemnitzer Hof initiiert hat, und vielen Akteuren ein gebotener Anlass, die Persönlichkeit Richard Hartmann´s „seinen unternehmerischen Wagemut, seine Weltoffenheit und sein gesellschaftliches Engagement“ (R.Dresler) wieder stärker in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, der Region, des Freistaates Sachsen zu tragen. Die Faszination der Technik – der Industriealisierung – prägte Chemnitz und prägt die Stadt bis auf den heutigen Tag. Darauf können alle Chemnitzer stolz sein. Richard Hartmann wäre sicher mehrfach „Unternehmer des Jahres“ geworden, hätte „Oskas“ gewonnen… „Richard Hartmann und sein Leben“ sind Thema und Titel der Ausstellung. Lassen Sie mich – bevor ich zu den Bildern komme- noch eine Exkurs bezogen auf die Örtlichkeit anstellen: 2. Faszination der BAUKUNST Welch´ ein Ambiente, welch´ ein wunderbarer Ort, um die Bilder Erik Dostmanns sehen zu können. Wie wird es den Architekten Erik Dostmann freuen in diesen im Bauhausstil 1929/30 erbauten Hotel ausstellen zu können. Dieses Hotel hat seine Faszination über die Jahre hinweg stets bewahrt. Sie werben als „Chemnitzer Hof“ mit Recht wie folgt: „Geblieben ist all das, was die Noblesse und Einzigartigkeit des Hauses seit jeher bestimmt: eine großartige Architektur in Marmor, Sandstein, Holz und Messing“ (homepage). Manche bezeichnen ihre Austomarke als „ DAS AUTO“ – wie wäre es in Ihrem Fall mit „ DAS HAUS“ ? Lassen Sie mich noch ein wenig mehr schwärmen…. Welch’ wunderbares Zusammentreffen, dass der „Chemnitzer Hof“ „ am architektonisch schönsten Platz von Chemnitz direkt neben dem Opernhaus, den Kunstsammlungen und der Petrikirche steht“. (homepage) Damit steht meine Brücke, die ich gern schlagen möchte: Und zwar die zwischen der Kunst der Technik als Grundstein , als materielle Basis, die den Wohlstand der Stadt Chemnitz begründete und damit diese Baukunst und vieles andere mehr erst ermöglichte und natürlich auch der Kunst, der Malerei im speziellen einen Platz in dieser Stadt bot und bietet, wie wir hier sehen. Damit ist der Weg beschritten und der Blick richtet sich auf die Bilder Erik Dostmanns. 3. Faszination der Malerei Wie ich eingangs erwähnte, begleiten die Dostmannschen Bilder schon einige Jahre, sind ein schöner Bestandteil meines Lebens geworden… Erik Dostmann will seine Bilder als Ausschnitte aus dem rasanten Fluss der Ereignisse als Momentaufnahmen von Gefühlen, Stimmungen und Eindrücken verstanden wissen. Diesen Anspruch hat Erik Dostmann mit dieser Ausstellung erstmalig nicht auf unser tägliches Leben – in seiner schieren Unendlichkeit – bezogen, sondern auf eine Person / eine historische Persönlichkeit – auf Richard Hartmann. Da steht die Frage: Wo fängt man an – Wo hört man auf ? Erik Dostmann hat, ganz er selbst, Momentaufnahmen geschaffen, Ausschnitte aus dem Lebensfluss des R.H. So erleben wir in dieser Ausstellung Momentaufnahmen von Gefühlen, Stimmungen und Eindrücken. Ich habe so für mich versucht, eine gewisse „Zuordnung“ der Gemälde vorzunehmen – das ist aber nur mein Blick auf die Dinge…. Gefühle „Wanderjahre“ - das Ausruhen - der Blick auf die Strasse, die er entlang gegangen ist, - der Blick auf die Kutsche und der Wunsch, damit einmal „unterwegs“ sein zu können. „Villa Hartmann“ – der Wunsch erfüllte sich, - Familie / Freunde / Bekannte im Haus wichtige Lebenspunkte, hart erarbeitet „Das Buch“/ „Austern“ - beide Stillleben stehen für den „unternehmerischen Alltag auf der einen Seite und die „Sinnesfreuden“ auf der anderen Seite, denen Hartmann gern zusprach. „Leichtigkeit - Gefühle, die jeder Unternehmer immer und Zerbrechwieder in seiner Brust spürt lichkeit“ - welch’ ein schönes Bild Stimmungen „Meer“ / „Vor Anker“ - Aufbruch und Lauf des Lebens ( Stein in der Brandung…) - ruhiges Fahrwasser? Vielleicht trügerisch ? „Vulkan“ / - Kraft und Licht, Naturgewalt „Zerschlagen des Biefasses des Bierfasses“ - menschliche Kraft, Entschlossenheit, eiserner Wille… „An der Chemnitz“ - versteckt und das seit vielen Jahrzehnten: die letzte erhaltene Fabrikhalle an der Chemnitz - Mögen sich viele finden, die sie aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erweckt ! Eindrücke „Schmiedefeuer“ - Ausgangspunkt und entscheidende materielle Grundlage „Lokomotivenkönig“ - welch’ ein Zeitalter - welch’ eine Kraft / Zuversicht „Loktransport/PS - Mit Pferden“ - die Kraft der Pferde dominiert das Gemälde – nur durch sie war der Weg in die Welt für viele Jahre möglich „Waggon“ - die Reise konnte beginnen – mit komfortablen Reisewagen „Der Weichensteller“ - die Symbolkraft dieses Werkes ist unübersehbar, - das ist natürlich nicht Hartmann, das ist die „Zeit im Aufbruch“ – Der Weg in die Welt – und Hartmann war der Weichensteller, der Manager, das Organisationstalent, der Weltbürger, der„Netzwerker“ / der mit dem Gespür dafür, wohin die Reise geht …. Fazit All das, was Sie hier sehen, steht dann doch wieder unter einem Thema: - wie kann es bei Erik Dostmann anders sein Licht und Kraft aus der Tradition kommend, mit seinem Bezug auf uns / auf das Hier und Heute und natürlich auf das Morgen, die Zukunft, die Hoffnung und die Zuversicht. Chemnitz bot und bietet einen fruchtbaren Boden, ein fruchtbares Umfeld. Richard Hartmann hat diese Voraussetzungen erkannt und genutzt. Wir sollten diese Erkenntnis weit aus mehr in die Stadt, die Region, das Land , ja in die ganze Welt tragen. Doch bevor Sie damit anfangen bzw. es weiterhin unermüdlich tun, möchte ich Sie gern in die Ausstellung „entlassen“ und zwar getreu des Goethe-Zitats, dem Credo des Malers: „Kein Genuss ist vorübergehend. Denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend“ Genießen Sie diese Bilder ! Lassen Sie sich beeindrucken und sorgen Sie dafür, dass diese Eindrücke bleibend sind und vielleicht wie bei mir bleibend bleiben. Ich wünsche Ihnen viel Freude in der Ausstellung und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.