Konzept - gegensprechanlage
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Konzept - gegensprechanlage
Alte Post - Kulturhistorisches Zentrum Mecklenburg-Strelitz AUSGANGSLAGE Mit Beschluss vom 24.01.2008 (S08/36-220) haben die Neustrelitzer Stadtvertreter die Weichen für die Errichtung und Betreibung eines "Kulturhistorischen Zentrums" (KHZ) gestellt. Kernbestandteil dieses Zentrums waren das Museum der Stadt Neustrelitz und das Karbe-Wagner-Archiv (KWA). Ende des Jahres 2008 wurde die Stadtbibliothek in das Konzept mit einbezogen. Schließlich beschloss die Stiftung Mecklenburg ihre Buchbestände von Ratzeburg nach Neustrelitz zu verlegen und damit wurden diese ebenfalls Bestandteil des Projektes KHZ. Parallel dazu liefen die Verhandlungen für den Ankauf der ehemaligen Post (Schloßstraße 12/13) und der Kauf konnte Anfang Februar 2009 mit der Schlüsselübergabe abgeschlossen werden. Ab 6. Januar 2009 wurde ich für ein Jahr als Projektentwickler von der Stadt Neustrelitz engagiert, die inhaltliche Konzeption des KHZ zu erarbeiten, die Vorbereitungen für die Umsetzung zu begleiten und bis zum Ende des Jahres einen Vorentwurf vorzustellen. ZIELSTELLUNG Allgemeines Ziel war es, die bis dahin inhaltlich wie räumlich bisher weitgehend getrennten Einrichtungen Stadtmuseum, Karb-Wagner-Archiv, Stadtbibliothek und die Buchbestände der Stiftung Mecklenburg am Standort Shloßstraße 12/13 zusammen zu führen und daraus ein "Kulturhistorisches Zentrum" für Forschung, Bildung und Kulturerlebnis mit überregionaler Ausstrahlung zu entwickeln. In unterschiedlichen Formaten sollen Programme, Wissen und Infrastruktur angeboten und angeregt werden, um eine lebendige Kulturtätigkeit und Geschichtsschreibung zu ermöglichen. Erwartet wird darüber hinaus eine merkliche Erhöhung der Besucherzahlen für die drei Einrichtungen Museum, KWA und Stadtbibliothek, eine Stärkung der Stadt Neustrelitz als Kulturstandort, sowie auch organisatorisch und kostenseitig Synergien zu nutzen. 1 VORWORT Zahlreiche Museen und andere kulturelle Einrichtungen in und um die Region von Mecklenburg-Strelitz präsentieren regional- und/oder themenspezifische Inhalte. Versuche, mit dem Konzept der "Welcome Center" einen Überblick und einen gemeinsamen kulturellen und touristischen Eintritt in die Region anzubieten, stehen noch in der Entwicklungsphase. Neustrelitz musste das Projekt Welcome Center zwar an Mirow abgeben, doch als historische Residenz von Mecklenburg-Strelitz (bis 1918) kann es als ein natürlich gewachsenes Zentrum nach wie vor nicht geleugnet werden. Seit 1918 verlor Neustrelitz schrittweise die Residenz- und Hauptstadtfunktion. Aber aus wirtschaftlicher Sicht geht es nicht nur um eine verwaltungstechnische Degradierung sondern letztlich auch darum, einerseits im touristischen Wettbewerb an Attraktivität zu gewinnen und andererseits Strategien gegen den demographischen Schwund zu finden. Ein ganz wichtiger Baustein dabei ist die historische und kulturelle Strahlkraft, die die Stadt interessant macht, ihre Stärken und Potentiale zum Ausdruck bringt und den Bewohnern Identifikationsmöglichkeiten anbietet. Entsprechende Vermittlungsarbeit liefert hier z.B. ein lebendiges Museum mit Dauer- und Wechselausstellungen, oder innovativ geführte Archive, die sowohl für die Erforschung des historischen Gedächtnisses wie auch für die praktische Arbeit von Stadtführern und Reiseveranstaltern entsprechende Materialien aufbereiten. Wenn diese Archive wichtige Aspekte von Kultur und Geschichte akzentuieren, wie im Falle des Theaterarchivs oder den Buchbeständen der Stiftung Mecklenburg (Demokratiegeschichte, Plattdeutsch, Mecklenburger Landesgeschichte), dann kann das als einmalige Konstellation gesehen werden. Und die Stadtbibliothek ergänzt dieses Ensemble mehrfach: Mit einem zum Teil anderen Zielpublikum, als offene, niederschwellige Informations- und Bildungseinrichtung und als nichtkommerzieller Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Neustrelitz hat kulturhistorisch wertvolle Sammlungen und Ressourcen, die kaum ein breiteres Publikum erreichen und bisher unter ihrem Wert verkauft werden. Durch eine geschickte Kombination dieser Einzelteile und einem offensiven Umgang mit Partnern vor Ort, regional und überregional wird die Kultur- und Bildungsstadt Neustrelitz auf jeden Fall profitieren. 3 FOYER Der Hauptzugang erfolgt über den historischen Eingang. Ein behindertengerechter Zugang erschließt sich über einen Personenlift an der gegenüberliegenden Seite des Postgebäudes. Die Post war bis in die 90er Jahre ein wichtiger Lebens- und Arbeitsraum der Stadt. In den 80er Jahren wurde der Eingangs- und Kundenbereich neu saniert, was damals als Vorzeigeprojekt für die Rekonstruktion eines historischen Bestandes galt. Aus diesen Gründen sind in der Bevölkerung noch starke positive Erinnerungen mit der ehemaligen Post verankert. Insbesondere der Eingangs- und Kundenbereich ist im Gedächtnis der Bürger geblieben. Während sämtliches Mobiliar entfernt wurde, ist der ursprüngliche Charakter durch Böden-, Wand- und Deckengestaltung erhalten. Daraus ergibt sich eine optimale Situation, den historischen Eingangsbereich in seiner Funktion zu übernehmen. Die Besucher sollen hier eine "Standortbestimmung" bekommen: Die Geschichte des Hauses und ein Überblick zu Stadt und Region. Mit einfachen Mitteln kann hier schon gezielt auf die Fragen der Besucher eingegangen werden. Für Stadtführungen, thematische Tagestouren in die Region, oder Erkundungen auf eigene Faust, wird den Besuchern ein einfacher und bei Bedarf ein spezieller thematischer Überblick geboten: Geschichte des Hauses Von 1748 bis 1795 befand sich an dieser Stelle die Herzogliche Münze und danach, bis 2003, war hier die Post untergebracht. 2008 entschied sich die Stadt das Kulturhistorische Zentrum Mecklenburg-Strelitz in der "Alten Post"einzurichten. Ein Text zur Geschichte des Hauses, einige Münzen und je ein Objekt der Post und des Telegrafenamtes in einer Vitrine und/oder auf dem noch bestehenden Bord an der Wand stellen das Gebäude in seiner Nutzungsgeschichte vor. Stadtentwicklung Ausgehend von einem großen Stadtmodell werden verschiedene Phasen der Stadtentwicklung veranschaulicht. Als Grundlage dafür eignet sich ein bestehendes Stadtmodell aus den 80er Jahren. Vorteile dieses Modell: Die Darstellung geht über den Stadtkern hinaus bis zur tatsächlichen Stadtgrenze und zeigt nicht nur den Stand der (auch) städteplanerisch so einschneidenden DDR-Zeit, sondern es werden auch damals noch geplante Projekte markiert. Daran anknüpfend kann man nicht nur die Historie, sondern auch die Stadtentwicklung bis heute anschaulich vermitteln. 4 Regionalentwicklung Die Schmettausche (1780) wird auf die Wand übertragen und per Beamer können gezielt Informationen (z.B. Hervorhebungen von Teeröfen oder Herrenhäuser und Parkanlagen oder Nistplätze von Fischadlern oder das aktuelle Siedlungs- und Verkehrsnetz, usw.) darüber geblendet werden. An einem Touchscreen werden historische und aktuelle Fotos mit Zusatzinformationen von einzelnen Gebäuden der Stadt und der Region, sowie Hinweise auf kulturelle Sehenswürdigkeiten in der Region angeboten. Diese Programme für den Beamer können in Absprache mit Stadtführeren und Reiseveranstaltern vom KWA und/oder engagierten Einzelpersonen (z.B. aus dem Kreis der Interessensgemeinschaft KHZ) oder als Ergebnisse von Workshops (z.B. von Schulprojekten) zusammen gestellt werden - auch yum mitnehmen als Folder. Mit dieser Dienstleistung kann sich das Kulturhistorische Zentrum zu einem Fixpunkt für Stadtführungen und Tagesausflügen etablieren. EMPFANG Kasse, Entlehnung, Info Eine Zusammenführung von Kasse (Museum, Bibliothek, Theaterservice), Entlehnung (Bibliothek) und Information an einem Empfangstresen ist sowohl aus der Sicht der Besucher, als auch in Bedacht auf Personalsynergie sinnvoll. Je nach Betrieb werden ein bis drei Arbeitsplätze (drei Computer mit Zugängen zu Bibliothek, Museumskasse und Theaterservice) benötigt. Die drei Bereiche (Museum, Bibliothek, Theaterservice) können jeweils mit Zugangscodes versehen werden. Noch vor der Kasse sind Garderobe und der Zugang zum Personenlift (behindertengerechter Zugang) zu finden. Shop In unmittelbarer Sichtweite der Kasse sind Flächen für Verkaufsartikel geplant. Es können neben den Souvenirs, eigene Kataloge, die Schriftenreihe, KWA-Editionen zu thematischen Wanderrouten, Tagungsberichte zu Schwerpunktveranstaltungen, aussortierte Bücher der Bibliothek und externe Publikationen mit Bezug auf Neustrelitz, Mecklenburg-Strelitz und der Sonderausstellungen, sowie Produkte regionaler Künstler angeboten werden. Der Großteil der Produkte soll in einer absperrbaren Vitrine Platz finden, um auch ohne Kassenbesetzung (z.B. bei Abendveranstaltungen) den Bereich nutzen zu können. Ein extra Raum ist als Lagerraum für Verkaufsartikel u.a. Vorgesehen. 5 Galeriegang Zentralfoyer Foyer 6 ZENTRALFOYER Das Herz des Hauses ist das Zentralfoyer, von dem aus sich alle Funktionen erschließen. Spätestens hier wird dem Besucher klar, dass er sich in mehr als "nur" einem Museum oder "nur" einer Stadtbibliothek befindet. Die Zugänge zu Archive, Stadtbibliothek, Museum und Veranstaltungssaal laden den Besucher ein, ein Angebot zu wählen oder vorerst noch das Café zu nutzen, um sich zu entspannen, zu plaudern, den Ausblick in den Hof zu genießen oder bereitgestellte Informationsmöglichkeiten der Stadtbibliothek in Anspruch zu nehmen. Das Zentralfoyer ist großzügig genug, um hereinkommende Gruppen leicht aufnehmen zu können, aber auch um für unterschiedliche Veranstaltungen flexible Bedingungen zu bieten. 7 2 SCHAUARCHIV Vom Zentralarchiv aus richtet sich ein Blick auf eine Glaswand, hinter der sich ein Schauarchiv entfaltet. Gesammelt, geforscht, geschrieben. Teils aus rein privatem Antrieb, teils mit öffentlichem Auftrag durchpflügen Hustaedt, Gotsmann, Lubs, Karbe, Wagner, u.a. Stadt und Umland und finden, dokumentieren und kommentieren sie Geschichte und Geschichten unter jedem Stein, an jeder Weggabelung, in jeder Bauernstube und in den Köpfen alter Menschen. Sie spiegeln und gestalten in kriminalistischer Kleinarbeit das Gedächtnis der Geschichte. Ihre handschriftlichen Aufzeichnungen, ihre Skizzen, und ihre Sammlungen von Objekten, die noch Bestandteile von Wunderkammern sein könnten, geben diesem Gedächtnis ein reizvolles, weil persönliches Gesicht. In ihrer Summe ergeben sie ein vibrierendes Gedächtnis von Stadt und Region. Dies soll hier zum Ausdruck kommen und vor Allem soll hier der Ort sein, wo diese Energie des Sammelns und Forschens weitergeführt wird. Archivpräsentation Die schönsten und die meistgefragtesten Archivalien von KWA, Theaterarchiv und Stiftung Mecklenburg werden hier deponiert und präsentiert, zum Teil als Freihandbestand, zum Teil hinter Glas geschützt. In der Gestaltung sollen folgende Perspektiven verfolgt werden: - KWA, Theaterarchiv und Stiftung Mecklenburg sollen als Einheiten sichtbar bleiben. Quantitativ soll sich die Fläche bzw. der Raum in etwa wie folgt aufteilen: 2/3 KWA und jeweils 1/3 Theaterarchiv und Stiftung Mecklenburg (Der Rest der Archivalien wird in den beiden benachbarten, nicht öffentlichen Räume bzw. im Kellerdepot untergebracht). - Integration von Teilen des “Annaliese-Wagner-Gedächtniszimmers” - Thematisierung des Archivs als System/Enzyklopädie und als historischer und zeitgenössischer Ort der Forschung - Kurzbiografien und Porträts der regionalen Heimatforscher und Stifter - Herausstellen besonders interessanter und wertvoller Archivalien. Die Auswahl dieser Objekte soll sich in Abhängigkeit mit den aktuellen Schwerpunktthemen des Hauses variieren. Arbeitsplätze Innerhalb des Schauarchives soll für 6-8 Personen Arbeitsplätze geschaffen werden, mit einfachen Schreibtischen, Computeranschlüssen (oder WLAN-Code), einem fix installierten Computer rum Recherchieren und entsprechender Beleuchtung. Ein etwas größerer Mitarbeiterplatz (Archivar, wiss. Beratung, Aufsicht) mit Computer, Telefon und Stauraum soll zusätzlich integriert werden. 9 KARBE-WAGNER-ARCHIV Die Stadt Neustrelitz besitzt im KWA historische, kulturelle und geistige Werte, auf die sie stolz sein darf. Annaliese Wagner (1903-1986) gründete 1956 mit den vom Heimatforscher und langjährigen Konservator Walter Karbe (1877-1956) ererbten Sammlungen das Walter-Karbe-Archiv, das sie - um eigenes Sammlungsgut erweitert zum Karbe-Wagner-Archiv entwickelt. Vom reinen Privatarchiv über das Privatarchiv mit Entlohnung Wagners durch die Stadt Neustrelitz hin zur Außenstelle des Bezirksmuseums Waren bzw. des Historischen Bezirksmuseums Neubrandenburg ist das KWA zu einer kommunalen Einrichtung der Stadt Neustrelitz geworden. Das Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz hat sich im Laufe von nunmehr 53 Jahren aus einer privaten Gründung zweier Neustrelitzer Enthusiasten in eine über die Grenzen Mecklenburgs und Deutschlands hinaus wirkende Forschungsund Bildungsstätte entwickelt, die eine ihrer Aufgaben darin sieht, dem Verlust des Gedächtnisses der Region Südostmecklenburg entgegen zu wirken. Für die Erforscher des südöstlichen Mecklenburgs, für Schüler, Studenten und Wissenschaftler, für Laien und Professionelle, für Inländer und Ausländer ist das Archiv eine oft unerwartete Fundgrube. Eine Aufgabe des Archivs ist es, die Bestände in bestmöglichem Zustand aufzubewahren und inhaltlich so effektiv wie möglich nutzbar zu machen. Bestände Ein Großteil des Archivbestandes bezieht sich auf die Stadt Neustrelitz, allerdings ohne dabei das alte Land Stargard bzw. Mecklenburg-Strelitz und den Gesamtzusammenhang innerhalb Mecklenburgs und zu den angrenzenden Ländern aus dem Blickwinkel zu verlieren. Der Archivbestand setzt sich aus drei Abteilungen zusammen: - Bibliothek: Mecklenburgica aus vier Jahrhunderten, Bücher und Periodika, ca. 15 000 Bände - Thematische Sammlungen: Handschriften, Postkarten, Landkarten, Fotos von Personen und Ortschaften, Papiergeschichte (u. a. Wasserzeichensammlung), Numismatik, Naturschutz, mecklenburgischen Fürstenhäusern, v.a. Mecklenburg-Strelitz, Entwicklung der Handindustrie, Volkskunde, mecklenburgischer Persönlichkeiten, Theatergeschichte - Nachlässe mecklenburgischer Heimatforscher: Walter Karbe, Annalise Wagner, Walter Gotsmann, Hermann Schüßler, Reinhard Barby, Konrad Hustaedt, Friedrich Winkelmann u.a.) 10 THEATERARCHIV Gegenwärtig wird das Archiv von Forschern und Interessierten aus ganz Mecklenburg und darüber hinaus genutzt. Allerdings ist es bisher nur über Anmeldung und mit eingeschränkten Öffnungszeiten und unzureichender Betreuung und Sicherheit zugänglich. Doch auch vor Allem aus inhaltlicher Sicht ist diese Sammlung für das Kulturhistorische Zentrum ein großer Schatz, da das Thema Theater auf jeden Fall auch ein Thema für das Museum sein wird. Das Theater Neustrelitz führt ein Archiv mit Beständen (Theaterzettel, Plakate, Programme, Besetzungslisten) bis zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wie auch bei KWA und den Beständen der Stiftung Mecklenburg werden die nicht im Schauarchiv aufgestellten Archivalien in den nicht öffentlichen Nebenräumen , bzw. Im Kellerdepot, untergebracht und auf Anfrage durch die Mitarbeiter als Präsenzbestand ausgehändigt. 11 STADTBIBLIOTHEK 1. OG Die Stadtbibliothek ist eine Freizeit- und Bildungseinrichtung mit sehr niederschwelligem, offenem Zugang zur Kulturtechnik des Lesens. Bibliotheken demokratisieren den Zugang zum Wissen. Ein Drittel aller Deutschen benutzen Bibliotheken. Auf die Fußballplätze gehen weniger. Investitionen in Bibliotheken sind Investitionen in die Köpfe der Menschen und dazu noch Investitionen, die sich rechnen. Durch viele internationale Studien ist belegt: Jeder investierter Euro kommt fünffach zurück. Stadtbibliotheken erleben wieder eine Renaissance, als sozialer Treffpunkt, der besonders für Jugendliche immer attraktiver wird, weil sie wohl der einzige öffentliche Innenraum ist der ohne Konsumzwang auskommt. Entsprechend soll auch das Angebot gestaltet werden: Sowohl einfache Schreibtische wie auch gemütliche Sitzgruppen, Computer mit festinstallierter Lernsoftware, Spiele, Zeitschriften und Kooperationen bei Schulprojekten. Lesezone (Erdgeschoss) Die Stadtbibliothek ist durch die Treppe hinauf zu den Bibliotheksbeständen und durch eine Lesezone im Zentrum des Erdgeschosses präsent. Die Lesezone mit gemütlichen Sitzgruppen stellt aktuelle Reiseliteratur, Fachliteratur und Bildbände zur Region Mecklenburg-Stelitz zur Verfügung, aber auch eine Auswahl an Tageszeitungen, Zeitschriften und Spiele, sowie einen Computerarbeitsplatz der mit dem ebenfalls vorhandenen Kopierer als Drucker verbunden ist. Der Computer soll über einen zumindest temporär kostenfreien Internetzugang anbieten. Mit dieser Ausstattung können Touristen und Einheimische in aller Ruhe den Aufenthalt in Neustrelitz und ihre Tagesausflüge in die Region planen oder lesen bei Regenwetter vertiefende Informationen nach. Dieses Angebot bekommt durch die Kombination mit dem Café (s.u.) eine besonders angenehme Qualität. Online-Katalog Alle Druck- und Handschriftenbestände von Stadtbibliothek, Museum, KWA, Stiftung Mecklenburg und Theaterarchiv sollen schrittweise in einen gemeinsamen Online-Katalog eingearbeitet und über die gemeinsame Homepage tagesaktuell recherchierbar gemacht werden. Vermittlung Entsprechende Programme werden in Abstimmung mit der Gesamtplanung des Kulturhistorischen Zentrums ausgerichtet. Zu den jeweiligen Schwerpunktthemen werden passende Lesungen und Lesevermittlungsprogramme gestaltet. Damit bekommt die Stadtbibliothek ein spezielles Profil. Ein Teil des Buch- und Medienankaufkontingentes wird ebenfalls in Korrelation mit der Schwerpunktthemenplanung ausgewählt. Spezielle Zusammenstellungen von Buchtiteln werden in der Bibliothek oder im Museum in einem mobilen Regal oder einer mobilen Vitrine präsentiert. 12 THEATERSERVICE Mit dem Theaterservice kommt Publikum in das Haus, welches sich in erster Linie für das Theater interessiert, doch von seiner Grundeinstellung allgemein empfänglich für Kultur-, Geschichte und Bildung ist. Über die Geschichts- und Kulturvermittlungsangebote des Hauses kann neugierig gemacht werden auf mehr Neustrelitz und MecklenburgStrelitz. Andere Theaterenthusiasten werden wiederum auf das Theaterarchiv aufmerksam gemacht. Kaum ein Theater kann einen Kartenverkauf vorweisen, der unmittelbar zu den Schätzen seines Theaterarchives führt! Beratungszone Theaterkarten und erste Informationen sind direkt am Empfangstresen zu bekommen. Eine Beratungszone für längere Gespräche zu speziellen Angeboten wird in Sichtweite und zentral, aber dennoch in einem geschützteren Bereich hinter der Lesezone der Stadtbibliothek eingerichtet. 13 STIFTUNG MECKLENBURG Etwa 10.000 Bände bringt die Stiftung Mecklenburg ein. Drei Schwerpunkte verstärken und ergänzen wichtige Themen. Schwerpunkt Plattdeutsch Plattdeutsch wird als aktiv gesprochene Sprache vermutlich aussterben, damit wird der kulturelle Wert jener Einrichtungen steigen, die diese Sprache bewahren, wissenschaftlich bearbeiten und vermitteln. Diese Plattdeutschbibliotheken, -vereine und -institute werden verstärkt an Aufmerksamkeit gewinnen und die Zusammenarbeit untereinander suchen. Einrichtungen wie z.B. das Fritz-Reuter-Museum oder die Regionalbibliothek Neubrandenburg werden dann auch in Neustrelitz einen Partner in ihrem Vermittlungs- und Forschungsauftrag finden. Schwerpunkt Demokratiegeschichte Mecklenburg-Strelitz hat eine besonderes Verhältnis zum Thema Demokratie. Insbesondere in Zusammenhang mit der 48er-Revolution in der sich eine Reihe von außergewöhnlichen Persönlichkeiten mutig hervor taten und die das kleine Land mit der "großen Welt" verband (Daniel Sanders, Glassbrenner, Johann Heinrich Voss, als erster Übersetzer der Marsailles ins Deutsche, Carl Schurz und Kinkel durchzogen auf ihrer spektakulären Flucht auch Mecklenburg-Strelitz und bekamen dabei effektive Hilfe). (Selbst die friedliche Revolution von 1989 in Neustrelitz bezog sich an bestimmten Stellen auf die 48er-Revolution.) Deshalb wird die Zeit um 1848 in Mecklenburg-Strelitz auch ein Thema in der Dauerausstellung sein. Unstrittig ist hier auch der Bildungspolitische Wert dieses Themas. Nicht nur das Carolinum greift Demokratie und Demokratiegeschichte wiederholt als Lehrinhalte auf. Die Angebote der Dauerausstellung, der Stiftung Mecklenburg und der Stadtbibliothek können hier entsprechende Möglichkeiten öffnen. Schwerpunkt Mecklenburgika So wie es eine gesamt mecklenburgische Geschichte von Mecklenburg-Strelitz gibt, so gerechtfertigt und notwendig sind Mecklenburgika als landesgeschichtlichen Rahmen innerhalb der regionalspezifischen Inhalte des Kulturhistorischen Zentrums Mecklenburg-Strelitz. Leihgaben von Objekten Die Stiftung Mecklenburg hat ausdrücklich seine Bereitschaft bekundet, Objekte aus ihren Beständen bei Bedarf dem Kulturhistorischen Zentrum zur Verfügung zu stellen. Die Sammlung umfasst sowohl Bilder als auch Skulpturen, wie auch kulturhistorische Objekte, zum Teil von überregionalem Wert. Einige Dinge, wie z.B. zwei Sessel, ein Klavier, ein silberner Kerzenleuchter u.a. stammen direkt aus dem Schloss Neustrelitz, anderes, wie z.B. Münzen können zumindest dem der Land Mecklenburg-Strelitz zugeordnet werden. 14 Inhaltliche Kooperationen und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit Eine weitere Ressource sind die nach wie vor gegebenen Bestrebungen der Stiftung Veranstaltungen, wie z.B. Vorträge, Tagungen oder Wanderausstellungen, zu initiieren und in Kooperationen mit anderen Institutionen, so auch mit Neustrelitz, umzusetzen. Das Kulturhistorische Zentrum darf sich mit dem nach wie vor bestehenden Strukturen und dem Personenkreis um die Stiftung Mecklenburg eine Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere im Gebiet um Schwerin, erwarten. Maßnahmen Den getroffenen Abmachungen folgend, wird die Stiftung Mecklenburg einen Betreuungsaufwand der Buchbestände in Form von Wochenstunden definieren und mit der Stadt Neustrelitz einen entsprechenden Kostenbeitrag aushandeln. Die Stiftung Mecklenburg klärt noch, ob die gegenwärtig im Haus Ratzeburg bestehenden Regale nach Neustrelitz überführt werden könnten, bzw. das Kulturhistorische Zentrum prüft, ausgehend von Maßen und Kosten, ob diese übernommen werden sollen. Ebenso muss noch mit den vorhandenen Dubletten (ca. 50 laufende Meter) an Büchern und (ungebundenen) Zeitschriften verfahren werden, wobei hier von Seiten des Kulturhistorischen Zentrums unbedingt zu empfehlen wäre sich um ein entsprechendes Angebot zu bemühen. 15 CAFÈ Ein gastronomisches Angebot ist in einer Einrichtung wie dem Kulturhistorischen Zentrum unverzichtbar: Aus ökonomischer Sicht (auch wenn diesbezügliche Erwartungen nicht zu hoch einzuschätzen sind), zur Erhöhung der Verweildauer, zur Stärkung des lebendigen Treffpunktcharakters des Kulturhistorischen Zentrums und zur Unterstützung bei Veranstaltungen (Catering). Ideal wäre das Ziel, einen Treffpunkt für Theaterleute, den Mitarbeitern der umliegenden Verwaltungen und den Mitarbeitern der Abteilungen des KHZ selbst, mit den BesucherInnen und Nutzern der Bibliothek, der Archive und des Museums, sowie für alle literarisch und kulturhistorisch interessierten Bürger aus Neustrelitz, der Region und darüber hinaus zu schaffen. Ein solches "Literaturcafé" (Horst Conradt, Projektskizze 24.3.09), müsste über entsprechende Angebote verfügen: Neben einschlägigen touristischen Wegweisern, umfangreiche Zeitungs- und Zeitschriftenlektüre und Publikationen des Hauses soll auch ein (zeitbegrenzter) freier Internetzugang und/oder W-Lan, sowie eine Sammlung von Kartenund Brettspielen. Diese Angebote werden von der Lesezone der Stadtbibliothek bereitgestellt. Bei einer Tasse Kaffee oder anderen Getränken, eine erlesene Weinkarte und einer großen Auswahl an Tee, hausgemachtem Kuchen und kleineren Snacks lädt der Ort zum Verweilen und entspannter Lektüre ein. Ideal um einen verregneten Urlaubstag zu überbrücken, eine Mittagspause zu verbringen oder den weiteren Urlaub zu planen. "Auch wenn es nur ein kleines Café sein wird, knüpft es doch an eine Kaffeehaus-Tradition, die das Wissen popularisieren will und Gastlichkeit mit einem aufklärerischen Nutzen verbindet, was hier in Verbindung mir der regionalen Kulturgeschichte, die bekanntlich überregional bedeutsam ist, und mit den kulturellen Angeboten des KHZ bestens zu verknüpfen ist." Das Café ist im Foyerbereich mit unmittelbarem Öffnungsmöglichkeit zum Hof einerseits und zum Mehrzwecksaal andererseits geplant. D.h. das Café ist in seiner zentralen Lage sowohl für wartende Besucher, als auch als erweiterter Mehrzwecksaal zu nutzen und schließlich auch für jene, die nur das Café genießen wollen. Maßnahmen In unmittelbarer Nähe wird die Lesezone der Stadtbibliothek mit dem Café zusammen arbeiten: Hier werden die oben angeführten Lese-, Internet- und Spielmöglichkeiten räumlich und organisatorisch verortet sein. In diesem Leseraum besteht kein Konsumzwang, doch in der Praxis soll getestet werden, ob hier unter bestimmten Regeln (z.B. in beschränkten Bereichen) Produkte des Cafés konsumiert werden dürfen. Umgekehrt soll mit den Bibliothekaren und dem Gastronom darüber nachgedacht und ausgetestet werden, wie das Lese-, Spiel- und Internetangebot des Leseraums im Café genutzt werden kann. 16 Raumbedarf und Infrastruktur müssen im Detail mit einem Gastronomen (nicht zwingend mit dem späteren Betreiber) geprüft werden. Die Form der Betreibung muss geklärt werden, d.h. entweder wird das Café vom KHZ selbst betrieben, oder ein Pächter wird gefunden. Erschwerend für die Variante eines externen Betreibers sind die nötige hohe Flexibilität in den Anforderungen (Betreibung muss den Aktivitäten des Hauses folgen). Gegebenenfalls muss geprüft werden, ob das Café auch geöffnet sein kann, wenn alle Einrichtungen des Hauses geschlossen sind (ausreichende Sicherung der Kasse und der Zugänge zu Museum, Stadtbibliothek, Archive?) MEHRZWECKSAAL Der Mehrzwecksaal im Kulturhistorischen Zentrum wird mit einer komplett flexiblen Zugangsfront ausgestattet, d.h. das Café kann bei gemütlichen Abendveranstaltungen problemlos in den Mehrzwecksaal ausgedehnt werden und umgekehrt können größere Tagungen im Mehrzwecksaal auch die Fläche des Cafés mit genutzt werden. MUSEUMSPÄDAGOGIK/LESEVERMITTLUNG In einer ruhigeren Zone des Obergeschosses wird für Vermittlungsangebote ein großer Raum eingerichtet. Die Einrichtungen des Hauses und externe Akteure können hier einzeln oder gemeinsam Programme gestalten. Ausgestattet mit einem flexiblen Mobiliar soll der Raum rasch von gemütlicher “Leselandschaft” bis hin zu robuster Werkstatt umfunktioniert werden können. 1. OG 17 SONDERAUSSTELLUNG Der Sonderausstellungsraum erstreckt sich direkt vom Zentralfoyer in den seitlichen Gebäudeflügel zur anschließenden Dauerausstellung. Die Grundidee des Kulturhistorischen Zentrums ist die Vernetzung der eigenen Einrichtungen mit Kultur- und Bildungsträgern von Neustrelitz (Vereine, Theater, Kino, Musik- und andere Schulen, Kindergärten, engagierte Einzelpersonen, ...) mit regionalen und überregionalen Einrichtungen (Museen, Archive, Fach- und Hochschulen, Bibliotheken, ...) . In enger Zusammenarbeit mit diesem Netz an regional übergreifenden Partnern werden jährliche und kurzfristigere Schwerpunktthemen entwickelt. Gemeinsam mit den jeweiligen Spezialisten werden je nach Themenwahl z.B. Inhalte für die Sonderausstellung, Eingriffe in die Dauerausstellung, Tagungen im Mehrzwecksaal, Hofveranstaltungen, Filmprogramme, sowie Workshops und Vermittlungsprogramme mit der Museumspädagogik und der Stadtbibliothek und Publikationen mit den Archiven erarbeitet. Durch diese Vernetzung entsteht ein lebendiges Zentrum von und für die Bürger und alle Mitwirkenden. Sowohl inhaltlich, als auch wirtschaftlich ist das Einbeziehen vieler “Mitspieler” mehrfach von Bedeutung: Jede neue Institution bringt neue Besuchergruppen höhere Ausbeute Synergieeffekte werden genutzt Es gibt viel unterschiedliche Phantasie und Spezialwissen das an die Oberfläche getragen werden kann Viele Teilnehmer die mit anpacken und/oder z.B. über Workshopteilnahmegebühren Einnahmen bringen Es kann gemeinsam Werbung gemacht werden Die Produktionen werden verstärkt von den Partnern in ihren jeweiligen Spezialgebieten übernommen. Dem KHZ bleibt eine wichtige Koordinierende Funktion, als zentrale Plattform und Knotenpunkt. 18 Beispiel Zur Veranschaulichung “Wasser und Wald” als ein mögliches Themenfeld aus dem mehrere Schwerpunktthemen entwickelt werden könnten. Dazu beispielhaft mögliche Partner: Bodendenkmalpflege Neustrelitz Archäologisches Institut Schwerin Forsthochschule Eberswalde (Brandenburg) Forstfachschule Rabensteinfeld (bei Schwerin) Pflanzgärten: Erbsland bei Mirow Forstarchiv Neustrelitz Forstamt Mirow Waldmuseum "Lütt Holthus" (Karl Borrmann) Forstmuseum Fürstenberg Hochschule Neubrandenburg (Fachbereiche Agrarwirtschaft, Landschaftsarchitektur) Landeshauptarchiv (Lehnakten, Stadtakten), Landesbibliotheken, Staatsbibliotheken Papiermühle Godendorf Stadtarchiv KWA Agrarmuseum Alt-Schwerin Kommunen mit Teeröfenreste Volkskundemuseum Schwerin-Mueß: Glasmarken (nur in Meckl.-Strel.) Geowissenschaftlicher Verein Neubrandenburg Geopark Hr. Buddenbogen 19 Weltklasse aus Alt-Strelitz Slawen spannen den Bogen Wasser und Wald Gesammelt Geforscht Geschrieben Der Brand im Sumpf im Sumof die Stadt Demokraten in Gnade und Ungnade Hofkultur / Theaterstadt 2 Von der Idealstadt zum Sanierungsgebiet DAUERAUSSTELLUNG - LEITIDEE Themenwahl Mehrere Themen und Persönlichkeiten, wie z.B. Königin Luise, Daniel Sanders oder das Technikum, sind von überregionaler Bedeutung. Doch keine dieser Persönlichkeiten oder Themen könnten für sich das Kulturhistorische Zentrum tragen. Entweder reicht ihre Ausstrahlung nicht z.B. an einen Schliemann heran, oder das Thema wird bereits an anderer Stelle präsentiert, z.B. Luise in Hohenzieritz und in Zukunft auch in Mirow oder die Ur- und Frühgeschichte in Neubrandenburg. Aus der Geschichte und der daraus resultierenden politischen und baulichen Stadtentwicklung ist das Thema Residenz auf jeden Fall zentral. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Stadtgründung und das damit entstandene charakteristische Stadtbild bzw. auch die damit einhergehende Ausstrahlung für den gesamten Landkreis (Buttel z.B. war weit in das Umland hinein für Strassen und Bauwerke verantwortlich). Doch erst die Begleitumstände, die Vorgeschichte (z.B. Rivalität zwischen Schwerin und Strelitz und die Verlegung der Residenz von Alt- nach Neustrelitz), sowie die lange wechselvolle Geschichte der Residenzstadtfunktion bis in die Gegenwart macht das Thema für uns relevant. Es ist möglich, die interessantesten Themen herauszugreifen und so aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus die Stadt- und Landesgeschichte nachzuzeichnen. Das Archiv in der Ausstellung Ein wichtiges Motiv in der Ausstellungsvermittlung werden archivarische Objekte sein, also Handschriften, Notizen, Maschinengeschriebenes, Zeitungsausschnitte, ganze Publikationen, Fotos und Skizzen. Welche Instrumentarien können gefunden werden um diese nicht nur flach an die Wand zu heften, sondern auch im Raum eine Form der Installation zu finden? Damit zusammenhängend ist auch die Frage der Transkription zentral. Grundsätzlich ist ein Archiv eine Verdichtung an Einzelinformationen und Fragmenten, die kaum eine gemeinsame singuläre Geschichte ergeben, aber je nach Herangehensweise unterschiedliche Informationen preisgeben und es dem Benutzer überlässt Verbindungen und Bezüge zu knüpfen, die nicht nur endlos gesponnen werden können, sondern in ihrem Forschungsweg immer eine einzigartige Spur aufzeigen. Dieser Archivgedanke soll in der inhaltlichen, ästhetischen wie vermittlungstechnischen Gestaltung des Museums einfließen. Anmerkung Die folgenden Ausführungen zu den einzelnen Themen der Dauerausstellung sind als Skizzen zu verstehen, mit einer ersten Ideensammlung, die noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Es handelt sich um exemplarische Umsetzungsvorschläge, die noch einer genauen Prüfung und Weiterentwicklung bedürfen. 21 SLAWEN SPANNEN DEN BOGEN Als Übersicht soll die Geschichte der Slawen im Stargarder Land (und in Zusammenhang mit den großen Norddeutschen Bewegungen) dargestellt werden: Wendenzeit, Kolonialzeit, Klostergründungen (Christianisierung).Der Ortsname Strelitz wird gemeinhin als Ableitung aus der Silbe Strelci (Bogenschütze) erklärt und belegt die slawische Geschichte Mecklenburgs. Für (Alt-)Strelitz verweist ein Stadtsiegel aus dem 15./16. Jahrhundert auf den slawischen Ursprung. Es war eine slawische Burganlage die im Schutze umgebender Wasser- bzw. Sumpfflächen von den folgenden Herrschern zur Residenz weiter um- und ausgebaut wurde. Subthemen - Lange Präsenz der slawischen Kultur - späte Christianisierung Konkretisierung - Ausgewählte Orte in Stargard Fragen (Übersicht - Konkretisierung) Woher und wie kamen die Slawen, was/wen fanden sie vor? Wie und wo haben sie in Stargard gelebt? Was waren die bemerkenswertesten Unterschiede zu ihren deutschen Nachfolgern? Wie lange lebten sie in Stargard und wie ging die "Übergabe" über die Bühne? Was übernahmen die Nachfolger, was ist bis heute geblieben? Von wem und wie wurden diese Fragen erforscht? Umsetzung Gestaltungsmotive: Grabungsstelle, Sammlungsschrank - Grafisches Element (übertragene Handschrift) als Zusatz zum Raumtext: Die Redarier aber waren die Vormacht des Liutizenbundes und dieser wiederum war die Seele des wendischen Widerstandes gegen Bekehrung und Fremdherrschaft. Dieser Widerstand aber währte nicht wie bei den Sachsen 30 Jahre lang, sondern 300. (WK: Chronik der Stadt Strelitz, S10) - Modell einer Burganlage - Kommentierte Übersichtskarte von Mecklenburg Strelitz mit Aus- und Einwanderungsströmen und slawischen Fundorten (differenziert in Gruppen des Luitizenbundes, Siedlungen, Wällen, Kultstätten) und Ortschaften die in ihrem Namen noch heute an slawische Wurzeln erinnern, werden extra herausgestellt werden. 22 - Sammlungsschrank mit vielen kleinen Laden, die mit Ortsnamen beschriftet sind. Öffnet man die Laden liegen im vorderen Teil die entsprechenden Scherbenfunde und im hinteren Ladenteil kann in Karteikarten geblättert werden. Oberstes Deckblatt: Steckbrief, Skizze mit dem möglichen Aussehen des ganze Gefäßes, Datierung, usw.. Und auf den weiteren Karteikarten Kommentare zu den Fundorten von Karbe, Barby, … zeitgenössische Zeitungsartikel (z.B. zum Silberfund von Pekatel). Funde aus: Ahrensberg, Babke, Below, Blankenförde-Kakeldütt, Blankensee, Canow, Carpin, Carwitz, Dabelow, Dalmsdorf, Düsterförde, Feldberg, Fürstensee, Godendorf, Granzin, Granzow, … (s. Hollnagel) - Silberschatz von Pekatel? Verweise - “Slawendorf" - Serrahn 23 WASSER UND WALD Die Mecklenburger Seenplatte ist geprägt von Wasser und Wald. Die geologische Entstehungsgeschichte hat nicht nur die Grundlage für die zahlreichen Seen geschaffen, sondern auch deren grobe Nord-Süd-Orientierung. Dazu kommen die zahlreichen Findlinge und die steinigen Äcker. Die Residenz und ihre wechselnden Herrscher mussten sich seit der Besiedelung des Gebietes den schwierigen landschaftlichen Verhältnissen stellen. Trotzdem, oder gerade deswegen, gelang das scheinbar unvorstellbare: eine spätbarocke Stadtanlage nach südeuropäischem Vorbild wurde in die Wasser- und Sumpfflächen und riesigen Wäldern andererseits hineingepflanzt. Die Wirtschaft und das Alltagsleben der Menschen wurde aber schon in der Zeit des Stargader Landes von Wasser als Transport, Energie- und Nahrungsquelle bestimmt und dem Wald, insbesondere nach der katastrophalen Verödung durch den 30 jährigen Krieg, als Grundlage für eine intensive wirtschaftliche Nutzung: Waldglasproduktion, Papiermühlen und Teeröfen waren Versuche die Landschaft zu industrialisieren. Letzteres konnte längerfristig nicht gelingen. Was davon blieb sind die künstlichen Verbindungen der Gewässer bis nach Berlin und an die Ostsee und ein nach wie vor sehr dünn besiedeltes Land. Daraus entwickelte sich das Kapital für Heute: Wassersportler und Naturliebhaber genießen die unbeschreibliche Landschaft. So sind, spätestens seit der Wende 89/90, die touristische Entwicklung des Hafens von Neustrelitz und die Anbindung der Stadt an das Naturschutzgebiet, klare kommunalpolitische Schwerpunktaufgaben. Subthemen - Die geologische Landschaftsentwicklung von Mecklenburg-Strelitz von der Eiszeit bis heute im Überblick. - Kulturgeschichtliche Landschaftsentwicklung von der Neuzeit bis Heute - Schwerpunkt Wasser: Transportstraßen zu Wasser - Kulturgeschichtliche Landschaftsentwicklung von der Neuzeit bis Heute - Schwerpunkt Wald: Von extensiver industrieller Nutzung, über die exklusive höfische Jagd bis zum öffentlichen Naturschutzgebiet Konkretisierung - geologische Landschaftsentwicklung: Hellberge?, Feldberger Seenlandschaft - Kulturgeschichtliche Landschaftsentwicklung, Wasser: Zierker See / Kammerkanal - Kulturgeschichtliche Landschaftsentwicklung, Wald: Heilige Hallen? / Teerofen, Glashütte, Papiermühle Fragen (Übersicht - Konkretisierung) Wie wurde die Region geformt? Wo/wie können wir das in der Landschaft lesen? Wie sind die Seen und ihre spezielle N-S Ausrichtung entstanden? Was hat es mit den Findlingen auf sich? Wie/warum schwankten die Wald/Seeanteile derart? Welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Folgen hatte die industrielle Nutzung? Wie wurden Wasser und Wald weiter genutzt (Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR), bis Heute? 24 Umsetzung - Gestaltungsmotive: Findling, ausgedehnte Wasser und Wald-Landschaft - Grafisches Element (übertragene Handschrift) als Zusatz zum Raumtext: Ein Mischwald von Föhren und Birken bedeckte die Höhen, die feuchten Gründe zeigten dichte Bestände von Haselsträuchern, deren Früchte als Getreideersatz eifrig gesammelt wurden, längs der Gewässer wuchsen Weidenhölzer, wie sie der Biber liebt. Diesen kunstreichen Tieren hatte der Mensch das Hüttenbauen abgelernt. Beide wohnten dicht am Wasser, beide benutzten Zweige und Rohr für ihre Bauten und aus einiger Entfernung waren die Bibersiedlungen von denen der Menschen kaum zu unterscheiden. Wegen solcher Übereinstimmung könnte man diese ersten Bewohner unseres Landes auch wohl das Bibervolk nennen. Speziell zu Strelitz: Wer an einem Herbstabend, wenn der Nebel steigt, die Bahn benutzt, glaubt, der Zug fährt auf dem hohen Damm mitten durch ein uferloses Gewässer und bekommt einen guten Begriff von dem Urzustand dieser Gegend. (WK: Chronik der Stadt Strelitz, S8) - Geologische Entwicklung: Ein 180° Panorama vom Standpunkt Hellberg und am Boden (oder Decke, oder eine Wand) Kartenprojektion von Mecklenburg. Die Rundum-Filminstallation leitet mit einer kurzen Geschichte vom "Gotsmannstein" ein und erläutert im Hauptteil die Spezifika der Geologischen Landschaftsentwicklung von Mecklenburg-Strelitz, wobei zum gesprochenen Inhalt entsprechendes Bildmaterial/Ausschnitte gezeigt und durch Einblendungen/Verdunkelungen der Blick geleitet wird. - Landschaftsmalerei von Marie Haager, Reinhard Gotsmann, … - Kulturgeschichtliche Entwicklung: Medientisch oder Projektion. Eine Medieninstallation oder ein Modell zeigt das kontinuierliche Spiel vom Anschwellen und Schrumpfen von Wasser und Wald als Reaktionen auf menschliche Eingriffe. Z.B.: Mittels Schieberegler oder Rad mit Zeitschiene kann die Entwicklung bewegt werden, simultan dazu Schlaglichter auf Exponate. Und/oder interaktiv können Kanäle "geöffnet" und die anschließenden Folgen erlebt werden. - Teerofenmodell - Faksimile von "Ars Vitraria…"(Johann Kunkel, 1689)(s.u.) mit Kommentierung durch Einlegeblätter oder als Touchscreen aufgearbeitet. - Loblied des Großherzogs Georg von Mecklenburg-Strelitz auf die "Heiligen Hallen" bei Feldberg (1833) - Waldglas, Papier, Teer, Werkzeuge, Produkte Verweise - UNESCO Geopark Mecklenburgische Eizeitlandschaft - Serrahn - Heilige Hallen - Teeröfen, Glashütten in der Region - Waldglasfassade Schloss Rumpshagen 25 DER BRAND IM SUMPF - IM SUMPF DIE STADT Die Dramatik der Stadtgründungsgeschichte, von der Brandkatastrophe über den anschließenden Konflikt mit der bauunwilligen Bevölkerung bis hin zur barocken Stadtgründung im Sumpfgebiet bietet sich für eine multimedial Inszenierung an, zumal sich ein Zeitzeugenbericht eines unmittelbaren Mitgliedes der herzoglichen Familie erhalten hat. Eine wichtige Rolle spielt hier auch die Landschaft, in die das Neue Strelitz hinein gebaut wird: Eine Sumpf- und Seenlandschaft mit denkbar ungünstigen Geländeformationen. Subthemen - Residenzgründung - Dimension des Schlosses innerhalb der Landschaft - Erlebnisbericht Schlossbrand - (Feuerkatastrophen - Feuerordnungen: Mehrfach wurde Strelitz/Neustrelitz ein Raub der Flammen - daraus entstanden die Feuerordnungen des Herzogs (z.B. 1712) Konkretisierung - Schlossbrand Fragen Wie könnte die Residenz innerhalb der Landschaft ausgesehen haben? Wie kann man sich einen solchen Brand vorstellen? Umsetzung Gestaltungsmotiv: Feuer - “Der Brand im Sumpf - Im Sumpf die Stadt" ist als Auftakt für "Von der Idealstadt zum Sanierungsgebiet" zu sehen. - " Vor Nachts zwischen 24. und 25. October entstandenen großen FeuersBrunst, wodurch leyder das gantze Fürstl. Residenz-Hauß zu Strelitz mit allen Meubles und Patriosit unnerhalb 4 bis 5 Stunden in die Asche gelegt worden." "… Der Junge…jämmerlich unerachtet er aufgewecket mit verbrandt ist, worauf man den nur eintzig und allein geruffen und geschrien, dass die Hofmeisterin nebst denen Prinzessinen so noch Beyde gantz allein und auf selbigen Stock logiret, wie auch das übrige FrauenZimmer sich salviren möchten, welche dann nackt und Bloß, soe wie Sie aus dem Bette gestiegen, ohne dass allergeringste zu retten mit genauer Noht Ihr Leben davon zu Bringen und hinunter gelauffen und sich retiriret, die allesamt ohnfehlbar mit verbrennen müssen." (Herzog Adolph Friedrich: Schloßbrand in Strelitz, transkribiert von Gisela Krull) 26 - Räumlich-mediale Inszenierung: Dunkles Wasser rundherum, eine leicht hügelige Landschaft im nebeligen Morgengrauen, ein Feuerschein beginnt zu flackern. Am Horizont geht ein kleines Schloss in Flammen auf, eine bescheidene Siedlung wird sichtbar, hektische Betriebsamkeit kommt auf. Die Beinahe-Stille von leisem Wasserplätschern und erstem Vogelgezwitscher wird durch fernes Stimmengewirr durchmischt. Brandgeruch zieht auf. Dann eine Stimme die als Augenzeuge direkt vom Geschehen erzählt: Vermutungen zum Ausbruch des Brandes, die Bewohner können bestenfalls nur das mitnehmen, was sie selbst zu fassen kriegen und tragen können, dann bleibt nur beklemmendes Zusehen, wie die Flammen sich von einem Gebäudeteil zum nächsten fressen… Ausblick auf die Umstände des gescheiterten Versuchs, das Schloss an selber Stelle wieder aufzubauen. - Die Gründungsurkunde Strelitz(-Alt), als eines der wertvollsten Objekte des Museums, muss angemessen in einer Sicherheitsvitrine präsentiert werden. - Augenzeugenbericht und Porträts der herzoglichen Familie 27 2 HOFKULTUR / THEATERSTADT Wechselspiel von Residenz als Verwaltungssitz und Residenz als kulturelles Zentrum bis in die Gegenwart: Einer Residenz entsprechend, wurden von den Herzögen kulturelle Repräsentation zwischen Kunst, Prunk und Unterhaltung gepflegt und hochgehalten. Das reicht von der Ausgestaltung von Parks, Witwen- und Sommerresidenzen, bis zu Theater und Musik. Der Anspruch wurde von großen Vorbildern wie Berlin oder Paris genährt, doch vieles ging im Laufe der Jahre, mit der stückweisen Abwertung des Landes und der Residenz, verloren. Anderes, wie z.B. Das Theater, hat sich bis heute erhalten und bestimmt nach wie vor das Selbstverständnis der Stadt. Subthemen - Wohnen, Mode - Jagd - Parkanlagen - Theater Konkretisierung - Wohnen, Mode: rekonstruiertes Schlossinterieur - Jagd: Serrahn (Modell) - Parkanlagen: Die Parkanlagen von Lenné (gibt es einen Film dazu?) - Theater Fragen (Übersicht - Konkretisierung) Welche Handwerker waren für das Schloss tätig? Was ist ein Zaunwärter (Berufsporträt, Konflikte mit der regionalen Bevölkerung)? Warum englische Gärten(Bezug zu England)? Wer macht Theater(Aufgabenverteilungen, Quantitative Entwicklungen der Beteiligten bis heute)? Umsetzung Gestaltungsmotiv: Bühne - Porträt Großherzog Carl - Möbel, Tapisserie, Bildern, Dekor, Alltagsgegenstände, Bekleidung Verweise - Theater - Tanzkompanie - Musikschule - Krumbeck (Park) - Mirow - Hohenzieritz 29 DEMOKRATEN IN GNADE UND UNGNADE Eine wohl ungeplante Nebenwirkung holte sich der Herzog mit dem Streben nach Repräsentation in das kleine Land: Die Schauspieler und dessen Freundeskreis konnten nicht nur gut Spielen, Singen und hübsche Gedichte verfassen, sondern waren durchaus bestrebt, ihre eigene Meinung lautstark kundzutun. Zudem wurde das Vakuum in der ehemaligen Residenz Strelitz-Alt, durch die gezielte Ansiedelung einer beachtlichen jüdischen Gemeinde, ausgeglichen. Einer davon, Daniel Sanders, war einer der wichtigsten Sprachwissenschaftler seiner Zeit - in direkter Konkurrenz mit den Gebrüdern Grimm - und ebenfalls ein großer kritischer Geist. Von den Herzögen bestenfalls geduldet, forschten, publizierten und engagierten sich Sanders, Adolf Glasbrenner, Carl Petermann, Ludwig Roloff, Karl Nauwerk, Daniel Runge und andere Persönlichkeiten mit einer zutiefst demokratischen und aufklärerischen Zielrichtung. 1848 zwang eine aufgebrachte Menge Großherzog Georg sogar dazu, das Schloss über den Hintereingang fluchtartig, wenn auch nur vorübergehend, zu verlassen. Ausgehend von den gesellschaftlichen und politischen Vorbedingungen in Mecklenburg-Strelitz und in Neustrelitz/AltStrelitz soll der Anteil Mecklenburg-Strelitz' an der 48er Revolution herausgestellt werden. Es soll deutlich werden, dass in dem kleinen "provinziellen" Land sich eine erstaunlich streitbare Gruppe an Persönlichkeiten gefunden hat, die sowohl im Land selbst, als auch über seine Grenzen hinaus an den Geschehnissen beteiligt war. Subthemen - Vorbereitung der "48er" im "geistigen Zentrum" Mecklenburg-Strelitz in drei Kapiteln: Gesellschaftliche Struktur des Großherzogtums 18./19, Jh. (Ritterschaft, Leibeigenschaft, jüdische o Gemeinde, …) - Johann Heinrich Voss: Autor von Texten zur Leibeigenschaft, Voss rezipierte aber auch die Amerikanische Verfassung und die Französische Revolution (er hat eine deutsche Version der Marseillaise kreiert und spielte sie auf einem Klavier in der Schule bei offenem Fenster …) o Politik der Herzöge, z.B. nicht gehaltene Versprechen für eine Verfassung - Heinrich Arminius Riemann: beteiligt an den Befreiungskriegen, Mitbegründer der Burschenschaften, Abgeordneter von Strelitz im ersten demokratischen Landtag von Mecklenburg Kulturszene, jüdische Gemeinde - Daniel Sanders, Glassbrenner o - Ereignisse um 1848 in Mecklenburg-Strelitz und in Neustrelitz - Daniel Sanders, Glassbrenner, Carl Petermann, Ludwig Roloff, Karl Nauwerk, Daniel Runge, … "Carl Schurz-Route": Der Revolutionär wurde auf spektakuläre Weise aus Spandau befreit und auf seiner ebenso filmreifen Flucht durch Mecklenburg-Strelitz, wahrscheinlich auch von Daniel Sanders und anderen, dabei unterstützt. In Amerika wurde er Senator und Redenschreiber des Präsidenten. - Folgen 30 Konkretisierung - ausgewählte Biografien und exemplarische Werke (Lieder, Gedichte, Texte, …) Umsetzung Gestaltungsmotive: Rednerpult, Zeitung, Diskussionsgruppe. Hofkultur und Demokraten sind zwei Seiten einer Medaille - Grafisches Element (übertragene Handschrift) als Zusatz zum Subthemtext (Jüdische Gemeinde Alt-Strelitz): Ferner erhielt es (Alt-Strelitz) als Fürstenersatz die Juden, wenigstens wurde es mitunter so aufgefasst. Diesen wurde hier Niederlassungsrecht gewährt und sie gewannen alsbald in "Oll Mochum", wie die Stadt mit hebräischem Ausdruck benannt wurde, wenn auch nicht zahlenmäßig, sodoch in geistiger und wirtschaftlicher Beziehung das Übergewicht. (WK: Chronik der Stadt Strelitz, S21) - Foto: Brennende Synagoge in Strelitz-Alt am Morgen des 10. November 1938 (Repro.:KWA) - "Freiheitslied" (Görner, Glaßbrenner) - "Carl Schurz-Route" als Comicstreifen an der Wand, oder zum Blättern. - Plakat/Programm "Uriel Acosta", Tragödie von Karl Gutzkow, 11. April 1847, "… wenn man so will, ein kaum verhüllter , ins Amsterdam des Jahrs 1640 verlegter Vorbote der Revolution." (KWA7, S 39). - Kinderstation: Märchen von Glaßbrenner - Regal mit einer Sammlung an demokratietheoretischen Werken aus der Stiftung Mecklenburg Verweise - Hauseigene Buchbestände zur Demokratiegeschichte der Stiftung Mecklenburg - Penzlin (Denkmal und geplantes J.H.Voss-Haus) 31 VON DER IDEALSTADT ZUM SANIERUNGSGEBIET Neustrelitz entstand als spätbarocke Planstadt, nachdem die wenige Kilometer entfernte ursprüngliche Residenz Strelitz im Jahr 1712 abgebrannt und zwischen 1726 und 1731 ein Jagdschloss am Zierker See zum neuen Residenzschloss ausgebaut worden war. Die spezielle Stadtgestaltung mit seinem quadratischen Marktplatz und den acht strahlenförmig angeordneten Straßen ist nach wie vor das auffälligste Merkmal von Neustrelitz. Im 19. Jahrhundert wurde das Stadtbild von Neustrelitz, bis weit in das Land hinein durch den Schinkelschüler Friedrich Wilhelm Buttel geprägt, der im Auftrag des Großherzogs Kirchen, Repräsentanzbauten, Wirtschaftsgebäude und Straßen errichtete. Im 20. Jh. war es vor allem die Zeit der DDR, die ihre baulichen Spuren hinterließ und nach der Wende bis heute, versucht man einerseits an historische Wurzeln anzuknüpfen und andererseits aber mit komplett neuen politischen, gesellschaftlichen und demographischen Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Subthemen - Stadtgründung - Ausbau der herzöglichen Residenz in der Stadtplanung, Chausseen und Somerresidenzen und Witwensitzen (Lenné, Buttel, …) - Weimarer Republik - Nationalsozialismus - DDR - Nach der Wende bis Heute - Marktplatz Neugestaltung (Varianten, Diskussion, Ergebnis) Konkretisierung - Neustrelitz - Straßenbau im Land Mecklenburg Strelitz (Buttel) Fragen Planungsgeschichte (Wer traf die Entscheidungen? Warum wurden welche Entscheidungen getroffen? Wer plante? Mit welchen Vorbildern? Wer baute?) Wie entwickelte sich die Stadt von der "Grundsteinlegung" bis heute, in der Wechselwirkung von Architektur und Gesellschaft? Ausstrahlung in die Region? (Wurden Muster aufgegriffen?) 32 Umsetzung - Gestaltungsmotive: Stadtlogo, Buttelsteine - Grafisches Element (übertragene Handschrift) als Zusatz zum Raumtext: Der Herzog Adolf Friedrich III. oder vielmehr seine energische Gemahlin, die Holsteinerin Dorothea Sophie, ließ das Lusthaus Glineke zum Residenzschloss ausbauen und im Anschluss daran erstand das neue Strelitz, obwohl das aus Berg und Tal bestehende Gelände für die Anlage einer Stadt denkbar ungeeignet war … (WK: Chronik der Stadt Strelitz, S.20) - Medienstation: Ebenen der Stadtentwicklung mit stadtplanerischen Überlegungen - Chronologische Darstellung der Chausseebauten und der Sommerresidenzen/Witwensitze als Medienstation (Projektion oder Karte mit Lichtspuren) - Querschnitt einer Chaussee als (begehbares?) 1:1 Modell - Bauteile (Buttelsteine, …) Verweise - Stadtmauer Neubrandenburg (als Gegenentwurf) 33 WELTKLASSE IN ALT-STRELITZ Ebenfalls als direkte Folge der Verlegung der Residenz von Strelitz(-Alt) nach Neustrelitz kann die Gründung des Technikums durch Max Hittenkofer gesehen werden. Auch er profitierte vom entstanden Vakuum in Alt-Strelitz. Mit bahnbrechenden Ideen für die Lehre und unglaublichem organisatorischen Geschick gelang es Hittenkofer innerhalb weniger Jahre einen Anziehungspunkt für tausende von Studenten aus der ganzen Welt zu schaffen. Die Anzahl der angebotenen Kurse und der daraus hervorgehenden Publikationen stieg kontinuierlich. Manche Ergebnisse sind heute noch Standardwerke auf ihrem Gebiet. Doch nicht nur der wissenschaftliche Output war bis zur Wende 89/90 enorm, auch der wirtschaftliche und gesellschaftliche Einfluss auf das kleine Alt-Strelitz war überwältigend: Dutzende von Bars, Gasthöfe, Handwerker und Geschäfte versorgten die Lehrenden und Studierenden. Überlegt werden soll noch, wie weit das Thema ausgedehnt werden kann: Innovation und positive Entwicklungen von Stadt und Region (DLR, Bildungsträger, …). Subthemen - Max Hittenkofer gründet das Technikum und verlegt es nach Strelitz-Alt: Vorgeschichte und Rahmenbedingungen Lehrmethoden - Strelitz-Alt: Das Aufblühen eines Stadtteils - Vorgeschichte und Rahmenbedingungen - Technikum unter Hittenkofer Senior und Junior, Nationalsozialismus, DDR bis zur Wende - Erfolg, Visionäres in und um Neustrelitz bis Heute Konkretisierung - Verhandlungen Herzog - Hittenkofer - Gesellschaftliche, demographische und ökonomische Entwicklung von Strelitz-Alt - Internationale Leistungen der Absolventen - DLR Fragen (Übersicht - Konkretisierung) Warum kam Hittenkofer nach Strelitz-Alt? Wie wirkte sich das Technikum auf das Leben der Stadt aus? Was war das Progressive am Technikum (Lehrmethoden, soziale Unterstützung, individuelle Aufnahmegespräche und Lernprogramme, Internationalität, …)? 34 Umsetzung - Grafisches Element (übertragene Handschrift) als Zusatz zum Raumtext: So begann mit dem Jahr 1890 eine neue Epoche für die Stadt. Denn dieses Technikum gehörte nicht zu den vielen ähnlichen Instituten, an deren Entstehen niemand Freude hat, und die dann nicht leben oder sterben können, sondern der Director Hittenkofer verstand seine Sache. Das Institut hatte überraschenden Zulauf. Schwierigkeiten wurden auch nicht gemacht: Vorbildung nicht nötig, Eintritt jeden Tag! Ausserdem wurde die Reclame nicht verabsäumt, fortlaufend wurde in deutscher und anderen Zeitungen inseriert, was denn auch viele Ausländer, namentlich Schweden und Polen, anlockte. (WK: Chronik der Stadt Strelitz, S31) - Barlach-Lehrbuch - Großbilder (Projektionen oder abgehängte Fahnen) von Leistungen der Absolventen mit Kurzbiografien (Golden Gate Bridge, Rettungsturm Binz, …) - Ein Produktdesigner wird eingeladen, sich mit den Produkten der Absolventen, dem Raumthema und den konkreten Anforderungen auseinanderzusetzen und daraufhin ein Mobiliar für den Raum zu entwerfen. (Die Umsetzung erfolgt durch die Ausstellungsplaner.) - Objekt des DLR Verweise - Max Hittenkofer Verein (Aufgrund von personellen Gründen,unsicherer Raumverhältnisse am Originalstandort in AltStrelitz und einer breiteren Öffentlichkeit in der Schloßstraße, besteht der ausdrückliche Wunsch und Bedarf des Vereins Max Hittenkofer seine Sammlung mittelfristig im Kulturhistorischen Zentrum unterzubringen). - DLR 35 GALERIEGANG Am Ende der Dauerausstellung öffnet sich ein Gang zurück zum Zentralfoyer. Dieser könnte genutzt werden, um halbjährliche Wechselausstellungen mit Stücken aus der eigenen Sammlung (z.B. Marie Hager oder Walter Gotsmann), oder externe historische, oder zeitgenössische Künstler zu präsentieren. Es kann hier im Zusammenhang mit dem Schwerpunktthema, aber auch davon unabhängig kuratiert werden. 36 HOF In der Gebäudegeschichte spielte der Hof eine wechselhafte Rolle als Hausgarten, als Spiel- und Sportplatz, als Abstell-, Park- und Rangierplatz, als Grundfläche für Werkstätten, Kantinen und andere Zubauten und Baracken, und vieles mehr. Man könnte sagen, dass das Schicksal dieses Hofes von temporären Provisorien geprägt war. Abgesehen vom Zubau Mehrzwecksaal/Café, soll der Hof nun in seiner Großzügigkeit als Freiraum erhalten bleiben. Er soll Fläche bieten für Freiraumprojekte in Bezug auf die Gebäudegeschichte (z.B.: wie sah ein Hausgarten im 18. Oder 19. Jh. Aus? An welche Kinderspiele können sich ältere Bewohner erinnern?) Und im Zusammenhang mit den Schwerpunktthemen (z.B. Bei einem Stadtarchitekturthema: Spielplatz mit “Buttel-Kasten”, wo Kinder das große Formsteinesortiment von Buttel kennenlernen). In Hofprojekte können beispielsweise NABU, Institut für Landschaftsplanung (Fachhochschule Neubrandenburg), Müritzeum, Aeronauticum Anklam, Geowissenschaftlicher Verein Neubrandenburg, Kunsthaus Neustrelitz, DLR (z.B. Mit der Vorführung größerer Versuchsanordnungen), Tiergarten Neustrelitz, Blumenhandlungen und Gärtnereien einbezogen werden. 37 38 DANK AN DIE MITWIRKENDEN Dagmar Ammarell, Wilfried Baganz, Gustav Baitinger, Gudrun Becker, Peter Becker, Jean Bellmann, Helmut Böhme, Christa Bredow, Cornelia Bugenings, Horst Conradt, Gabriele Daedelow, Veit Didczuneit, Ernst Dörffel, Friederike Drinkuth, Rainer Ehlers, Hans-Joachim Engel, Ulf Erichson, Anke Fabian, Frank Fechner, Torsten Foelsch, Hendrik Fulda, Anke Götsch, Silvia Goraus, Reinhard Gotsmann, Hanna Maria Kallus-Gotsmann, Johannes Groh, Andreas Grund, Andrea Günther, Jörg Hafemeister, Frank von Hagel, Erwin Hemke, Margit Herz, Ingeborg Kammann, Wolf Karge, Stefan Knüppel, Dennis Klüver, Dirk Kollhoff, Thomas Kraus, Gisela Krull, Michael Kunzel, Marion Liebetrau, Klaus Lüders, Petra Ludewig, Bernd Lukasch, Barbara Lüthi-Herrmann, Holger Maass, Regine Marquardt, Henrik Meier, Hannelore Melka, Kathrin Meyer, Elke Mißling, Klaus-Dieter Missling, Gudrun Mohr, Alex Müller, Silvia Müller, Sabine Münch, Cornelia Nenz, Reinhold Neubauer, Heinz Oldenburg, Marco Pahl, Christian Peters, Elke Pretzel, Christof Poland, Dirk Rautmann, Mathias Rautenberg, Brigitte Reichel, Brigitte Reineke, Kerstin Remus, Karsten Rhode, Hartwig Richter, Jan Ritter, Katrin Sachse, Carlos Saro, Frank Saß, Reinhard Schiewe, Gerhard Schley, Manfred Schmidt, Hartmut Schmied, W.-Detlef Schneider, Ulrich Schoknecht, Ingo Schüssler, Stella Schüssler, Herbert Schwarz , Renate Seeman, Ruby Jana Sircar, Marlies Steffen, Jonas Steglich, Steffen Stuth, Sibylle Streck, Arno Sudermann, Rainer Szczesiak, Ursula Teuscher, E. Tietmeyer, Jürgen Tremper, Gundula Tschepego, Carl-August Vahrenkamp, Bruno Vennes, Rolf Voss, Rudi Walther, Christiane Weigt, Holger Wilfarth, Undine Winkler, Reinhard Witte, Christiane Witzke, Harald Witzke, Matthias Wolf, Marco Zabel, Axel Zimmermann, Franz Zimmermann, Egon Zühlke Wolfgang Meisinger, Neustrelitz 15.12.2009 39