kapitän von bord . torjäger bleibt
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kapitän von bord . torjäger bleibt
Ausgabe 5/2015 • WUPPERTALER FUSSBALLSPORT se it ü be r 30 ja h re KAPITÄN VON BORD . TORJÄGER BLEIBT WSV, CSC und FSV in der verfolger rolle n Ausgabe 5/2015 • WUPPERTALER FUSSBALLSPORT se it ü be r 30 ja h re KAPITÄN VON BORD . TORJÄGER BLEIBT WSV, CSC und FSV in der verfolger rolle n alles unter einem dach FÜR ALLE EVENTS bestens geeignet! Britta Bigge Physiotherapie, soccer-hallen, eislaufen, fussball-schule im HAKO-ARENA-PARK Britta Bigge Physiotherapie Vohwinkeler Str. 119a 42329 Wuppertal Anmeldung Tel.: (0202) 946 333 79 Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag: 08:00 - 19:00 Uhr nach Vereinb. Freitags: 08:00 - 18:00 Uhr Rezeption (Tel.): 08:30 - 15:00 Uhr Es sind ausreichend Parkplätze vorhanden! ANMELDUNGEN (auch für die Soccer-Hallen) unter 0202 283690 EINWÜRFE | 3 „DU ÜBELTÄTER... ODER ICH WER SOLL ür die einen ist er der Kämpfer mit Herz, für die anderen der größte Treter der Bundesliga. GEHEN?“ Jetzt ist er weg, der Emir Spahic. Nach seiner Zum Titelfoto D er Kapitän g i ng von Bord. Dennis Schmidt provozierte seinen Abgang. Und Torjäger Marvin Ellmann (links) soll bleiben. Mit Ellmann, mit 18 Treffern bester Oberliga-Torjäger und in der Wuppertaler TOP TEN hinter dem Cronenberger Nino Paland (27) auf Rang zwei, will der WSV doch noch den Oberliga-Tabellenführer SSVg Velbert von der Spitze verdrängen. „Elle“ gibt sich nach dem nicht unwillkommenen Abgang von Schmidt (11 Treffer) recht kämpferisch: „Velbert merkt, dass wir nicht locker lassen. Wir werden alles geben, um dran zu bleiben und wollen nun auch das Nachholspiel am 23. April in Duisburg gewinnen.“ Ob Ellmann nach der Saison seinem „Freund“ Schmidt nachfolgt und den WSV verlassen wird, steht noch in den Sternen. Er hat noch Vertrag beim WSV bis 2016. Und Velbert hatte mal angefragt. Doch Dirk Mühlhause, 2. Vorsitzender bei Velbert, winkte schon ab: „Ellmann wird nicht zu uns kommen.“ Das ganze Interview lesen Sie auf den Mittelseiten. EIN AUSFLUG NACH VELBERT... ...am dritten April-Sonntag war weder für unsere Fotogräfin Odette Karbach als auch für die beiden Südhöhenklubs CSC und Linde erfolgreich. Während er „Ein-Wochen-Spitztenreiter“ Cronenberger SC das LandesligaSpitzenspiel gegen den SC Velbert mit 1:3 (das Gegentor von Ceciri reichte nicht) verlor, verpasste der stark gefährdete SV Jägerhaus-Linde vorher an gleicher Stelle durch eine 0:1-Niederlage einen wichtigen Punktgewinn. Ja, die Niederbergischen kommen aus der Höhle. Velbert (und Bezirksliga-Tabellenführer Heiligenhaus) stehen an der Spitze. Und die Wuppertaler laufen (noch) hinterher. Mit 3:1 gewann der SC Velbert das LandesligaSpitzenspiel gegen den CSC. Hier eine Spielszene mit dem Cronenberger Jens Perne. F üblen Schlägerei mit den eigenen Bayer-Ordnern wurde der Bosnier bei Leverkusen entlassen. Ähnlich aber doch anders die Fälle in Hamburg, wo sich die beiden Schweizer Johan Djourou und Valon Behrami in der Halbzeitpause des Spiels gegen Wolfsburg (0:2) in der Kabine an die Köpfke kriegten. WSV-Kapitän Dennis Schmidt musste gehen, weil er nach einer nächtlichen Tour seinen Zimmergenossen und „Team“-Kollegen Dirk Jasmund attackierte, der angeblich die Wohnungstür demoliert haben soll. Drei Skandale innerhalb weniger Tage. Bei zwei anderen WSV-Spielern soll ein „überhöhtes Selbstbewusstsein“ zum Ausschluss aus dem Oberligakader geführt haben: Kevin Weggen, nach den Hallenmeisterschaften noch als Torwart gefeiert, und Maximilian Nadidei, ebenfalls Leistungsträger, wurden beim WSV die Stühle vor die Tür gesetzt. Wie den ebenfalls recht talentierten Tim Kosien und Nils Horneffer, die schon vor der Winterpause aussortiert wurden und beim westfälischen Oberligisten Westfalia Herne mit offenen Armen aufgenommen wurden. Talente? Wo bleiben die Talente aus der U 19? Weshalb werden junge Kicker aufgebaut, wenn sie am Zoo kaum Chanden bekommen? Warum bekommt Timo Krampe zum Beispiel monatelang keine Gelegenheit, sein Können zu beweisen? Das Argument, dass Blotko den Sprung aus der eigenen U 19 ins Oberligateam geschafft habe, stimmt nicht. Blotko kam von Fortuna Düsseldorf und spielte beim WSV vor einigen Jahren in der C- und (im ersten Jahr) und B-Jugend. Durch einen klaren 2:0-Sieg gegen Preußen Münster stellte die U 19 des WSV frühzeitig den Klassenhalt sicher. Und angeblich sollen nach dieser Bundesligasaison fünf oder sechs U 19-Talente eine Chance bekommen. Fragt sich nur: Eine Chance für die Bank, eine bei der abgestiegenen Zweiten in der Kreisliga oder eine Chance in der ersten Garnitur. MANFRED OSENBERG Spannende Torraumszenen sind bei den WSV-Spielen keine Selbstverständlichkeiten. Gegen Turu Düsseldorf (Foto) gewann der Oberliga-Zweite mit 3:2. Foto: KURT KEIL IMPRESSUM 30 Jahre FuSSball-Report – Oft kopiert – nie erreicht – immer pünktlich Der FuSSball-Report, Wuppertals bunte Fachzeitschrift, erscheint seit 30 Jahren monatlich und ist u. a. auf den Sportplätzen erhältlich. Vertrieb: Die Zeits chriften werden im Jugendheim des Kreises Wuppertal/ Niederberg in WuppertalBarmen, Friedrich-EngelsAllee 127, an alle Klubs ausgegeben. Der von den Vereinen erzielte Gewinn beim Verkauf des „Fußball-Report“ soll für die Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden. Herausgeber und Redaktion: Manfred Osenberg Hofwiese 1 42389 Wuppertal Fon 0171/6803540 Facebook Manfred Osenberg osenbergpresse@t-online.de Ständige Mitarbeiter: Steffi Osenberg, Odette Karbach, Friedemann Bräuer, Lars Lenssen sowie Kurt Keil, Holger Battefeld, Jochen Classen und Marc Osenberg (Fotos) Druck und Verarbeitung: Buch- und Offsetdruckerei Häuser KG Venloer Straße 1271 50829 Köln Fon 02 21 / 95 65 03-0 Fax 02 21 / 95 65 03-9 www.haeuserkg.de Layout: maitedesign info@maitedesign.de www.maitedesign.de Versand: Wuppertaler Sport Media & Marketing steffiosenberg@gmx.de 4 | WSV-HEIMKEHRER WELTENBUMMLER SINDI GIBT NICHT AUF Die ungewöhnliche Fußballstory eines ehemaligen Jugendspielers, der zum WSV zurückkehrte. K aroj Sindi nimmt die Beschaffenheit des Bodens sehr ungern als Alibi für die zuletzt eher mäßigeren Auftritte des WSV. „Natürlich ist der Platz nicht optimal und daher verspringt der Ball sicher auch des öfteren, aber mit diesem Problem müssen ja beide Teams zurecht kommen“, sagte der offensive Mittelfeldspieler der Rot-Blauen und machte klar, worauf es unter solchen Bedingungen ankommt. „Es gilt, verstärkt den Kampf anzunehmen. Über den Kampf lassen sich Spiele auch regeln.“ Seit dem vergangenen Sommer schnürt Sindi die Fußballschuhe für den WSV. Schon zum zweiten Mal, denn 2008 begann er seine Karriere in der zweiten Mannschaft der Bergischen. Dort konnte er sich rasch für höhere Aufgaben empfehlen, wofür er von Trainer Peter Radojewski am 30. April 2010 mit einem Drittligaspiel belohnt wurde. „Der junge Sindi geht nach einem geglückten Debüt. Auf diesen jungen Spieler kann der Wuppertaler SV für die Zukunft durchaus bauen“, schrieb der Liveticker von „weltfussball.de“, als Sindi beim 1:1 gegen den FC Carl Zeiss Jena in der 73. Minute für Edgar Bernhardt ausgewechselt wurde. Es kam anders. Nach dem Abstieg in die Viertklassigkeit verzichtete der WSV auf Sindis Dienste. „Ich hatte fest vor, dem WSV in der Regionalliga zu helfen. Keine Ahnung, warum ich diese Chance nicht bekommen habe“, sagte Sindi. Über den VfB Homberg und die zweite Mannschaft des VV Venlo landete der in Duisburg aufgewachsene Kurde bei Rot Weiß Oberhausen. Unter Trainer Mario Basler machte Sindi in der Hinrunde 2012/13 bei den „Kleeblättern“ 20 Regionalliga-Spiele, erhielt am Saisonende aber dennoch keinen neuen Vertrag. „Das ist richtig blöde gelaufen. Ich hatte Schwierigkeiten mit meinem damaligen Berater, der mich unbedingt transferieren wollte, muss mir selbst allerdings den Schuh anziehen, nicht auf RWO zugegangen zu sein“, sagte Sindi. Ein halbes Jahr war er arbeitslos. Um nicht endgültig einzurosten nahm Sindi im Frühjahr 2014 das Angebot des irakischen Erstligisten SC Duhok an. In seinem Geburtsland zu spielen war für ihn zwar ein Erlebnis, das Leben in Deutschland aber hat ihn deutlich geprägt. „Es lässt sich im Irak mit Fußball durchaus gutes Geld verdienen. Zudem hat Duhok das modernste Stadion des Landes und bei unseren Spielen war es mit 20 000 Fans auch stets super gefüllt. Allerdings werden die Gesetze hier nicht so genau genommen und wenn wir zu den weiten Auswärtsspielen in die südlichen Kriegsregionen mussten, wurde mir schon klar, was ich an Deutschland habe“, erzählt Sindi. Der 1. FC Bocholt holte Sindi heim und nach einem starken Jahr am Hünting wurde plötzlich auch der WSV wieder auf den schnellen Außenbahnläufer aufmerksam, der zugibt, dass er nicht der Torjäger vor dem Herrn ist. „Im Training haue ich die Dinger rein, aber ich muss selbstkritisch zugeben, dass mir im Spiel der Abschluss oft fehlt. Doch mit meinem Tempo kann ich gut vorbereiten. Und wenn Marvin Ellmann oder Dennis Schmidt nach meinen Pässen treffen, dann bin ich auch glücklich“, sagte Sindi. Sein Vertrag endet im Juni, was danach kommt interessiert ihn jetzt noch nicht. „Für solche Gedanken habe ich momentan keine Zeit. Wir haben beim WSV eine Aufgabe zu bewältigen und die heißt Aufstieg“, sagte Sindi. MARKUS JENSEN/Wuppertaler Rundschau THEMA DES MONATS | 5 FUSION WSV UND VELBERT? CASTRO EINER FÜR BAYERN? D er Kicker im April - der macht was er will! Das Trainerbeben in der Bundesliga, dazu die fiesen Tritte und Schläge in Leverkusen und Hamburg - im April spielt der Fußball verrückt. „Fusion wird kommen“, war in großen Lettern auf der Homepage der SSVg Velbert zu lesen. Gemeint war der Zusammenschluss mit dem Oberliga-Nachbarn Wuppertaler SV. Nun, der künftige Meister wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus Velbert oder Wuppertal kommen. Aber Fusion? April, April. Während die Bundesliga und auch die bergischen Fußballfreunde über die bösen Fouls von Toplak und die Tätlichkeiten seines Leverkusener Abwehrspieler-Kollegen Spahic reden, rückt ein gebürtiger Wuppertaler Bayer-Kicker immer mehr in den Blickpunkt: Gonzalo Castro. Frage: Ist der 27-jährige Allrounder einer für Bayern München? Der Vertrag des Deutsch-Spaniers, der zwar einige A-Länderspiele bestritt, aber für Bundestrainer Jogi Löw offenbar kein Thema mehr ist, läuft im Sommer 2016 aus. Noch zögert der Mittelfeldspieler mit einer Verlängerung - fix ist noch nichts. „Es wird zeitnah Gespräche mit Bayer geben“, versicherte Castro. Bei den Bayern hat er einen großen Fürsprecher: Michael Reschke. Der Technische Direktor des FCB, der im Sommer von Leverkusen nach München wechselte, kennt die Qualitäten des 27-Jährigen. Und er kennt seine Vertragsdetails: Castro hat wohl eine Ausstiegsklausel in Höhe von zehn Millionen Euro. Fest steht: Castro zeigt im Bayer-Trikot seit Mona- ten beste Leistungen. Aber er schied (gegen Bayern nach Elfmeterschießen) im DFB-Pokal-Viertelfinale ebenso unglücklich aus wie sein bergischer Kollege Christoph Kramer (mit Boirussia Mönchengladbach in Bielefeld). Der ebenfalls aus Solingen stammende Kevin Kampl ist der letzte Mohikaner aus dem Bergischen Land, trifft mit Dortmund und Noch-Trainer Jürgen Klopp im Halbfinale am 28. April in München auf die favorisierten Bayern, die erst einmal die 1:3-Klatsche von Porto verdauen müssen. Noch schlimmer erwischte es im Euro-Cup den VfL Wolfsburg. Zuhause mit 1:4 gegen Napoli zu verlieren - das muss erst einmal nachmachen. Und auch auf der Bielefelder Alm haben die „satten“ Wölfe im zweiten Halbfinale am 29. April noch lange nicht gewonnen. Wetten....? Wuppertaler Klubs im Pokal? Ein einziges Mal errechte der WSV das Halbfinale. Das war im Sommer 1963, genau am 27. Juli, als der WSV im DFB-Pokal-Wiederholungsspiel Hessen Kassel durch Treffer von Tönges, Nauheimer und „Fifa“ Augustat mit 3:0 besiegte und dann im Viertelfinale gegen die von Horst Buhtz trainierte Borussia Neunkirchen durch ein Paschke-Tor mit 1:0 gewonnen wurde. Das unglückliche Halbfinal-Aus verhinderte den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Der WSV verlor nur gegen den HSV. Das ist der Klub, bei dem sich zwei Teamkollegen an die Köpfe kriegten. Verhältnisse wie beim WSV. Aber das ist ein anderes Thema... MANFRED OSENBERG Gefeuert: WSV-Kapitän Dennis Schmidt AMB Ap p a r a t e - u n d M a s c h i n e nb a u G m bH Reinigungssysteme Inhaber: Karlheinz Zorr Sondermaschinenbau Fördertechnik Automation D-42115 Wuppertal Mettmanner Straße 14 Tel.:02 02/2621946 Fax0202/2621948 zorr@ambwuppertal.de w w w .a mbw up p e r t a l . de 6 | KLAUSER-KANONE | 7 DIE NULL MUSS STEHEN... Nino Paland trifft und trifft. Am liebsten in den Landesliga-Ortskämpfen. Das Foto zeigt den besten Torjäger Wuppertals im Südhöhenderby gegen die Nachbarn aus Ronsdorf. schenzeitlich auf den zehnten Rang vor, der am Ende noch zum Klassenerhalt reichen könnte was allerdings bei den Verantwortlichen keinerlei Euphorie auslöst. Auch Christian Höfer, seines Zeichens Teammanager der Wülfrather, machte deutlich: „Es kann nicht unser Anspruch sein, dass wir damit zufrieden sind, auf einem Relegationsplatz zu stehen und darauf zu hoffen, dass aus der Oberliga oder sogar aus der Regionalliga keine Mannschaft vom Niederrhein absteigt.“ Das war vor der 0:3-Schlappe in Cronenberg. Die machte deutlich, wo die Schwächen beim 1. FC liegen - im Angriff natürlich. Paland machte es vor, wie man Tore schießt. 3. Spahija Sudberg 17 5. Schmidt WSV 11 6. Reinartz Ronsdorf 7 ZUR GLEICHEN ZEIT... 7. Cansiz FSV 7 7. Musto FSV 7 9. Nachtsheim Ronsdorf 6 ...unterlag Landesliga-Tabellenführer SC Velbert gegen Mitfavorit Düsseldorf-West mit 1:3, und das Schlusslicht SV Union Velbert schickte die Wuppertaler Grün-Weißen mit 2:1 geschlagen nach Hause. TOP TEN Wuppertaler Torjäger 1. Paland CSC 27 Tore 2. Ellmann WSV 18 3. Avanzato FSV 17 10. Schneider WSV II 6 10. Jovanovic WSV II 6 10. Osmani Sudberg 6 Stand: 20.04.2015 O ffenbar hatten die Kicker des 1. FC Wülfrath ihren neuen Trainer Nikolic falsch verstanden. Die „Nullinger“ reisten am letzten März-Sonntag nach Cronenberg, trafen wieder das Tor nicht und - verloren klar mit 0:3. Der CSC kam - wie nicht anders zu erwarten war - durch Stürmer Paland zu seinen Treffern, die die Wuppertaler noch weiter Richtung Tabellenspitze brachten. Der SC Velbert war schon Ostern fast erreixcht. Und die Kicker aus der Kalkstadt? Die Wülfrather Landesliga-Fußballer präsentieren sich in der Rückrunde bisher als Minimalisten. Alle drei Spiele endeten mit einem torlosen Unentschieden - 0:0 beim TSV Bayer Dormagen, 0:0 gegen den SC Düsseldorf-West, 0:0 gegen den SV Velbert. Die Wülfrather hatten sogar Glück dabei, denn trotz der mageren Punkteausbeute konnten sie zwischenzeitlich die direkten Abstiegsplätze verlassen. Das Team von Zeljko Nikolic rückte also zwi- 8 | TORJÄGER Torres Der Remscheider Lopez-Torres liegt in der Landesliga-Torjägerliste auf Rang zwei hinter dem enteilten Cronenberger Nino Paland. Im Höfen schoss er gegen Grün-Weiß gleich in der ersten Viertelstunde zwei Treffer. Endstand: 2:2. Foto: HOLGER BATTEFELD WSV-Torwart Joshua Mroß TORJÄGER | 9 TORRESTORE UND CRONENBERGER HÖHENFLÜGE G ut möglich, dass der WSV in der Oberliga Besuch vom Cronenberger SC bekommt. Denn der CSC kletterte am 12. April an die Landesligaspitze und hat nun gute Aufstiegschancen. Denn der Meister steigt direkt in die Oberliga auf und - sollte keine FVNMannschaft aus der Regionalliga absteigen - die Landesliga-Zweiten spielen eine Aufstiegs-Relegation. Es wäre zu einfach, den Höhenflug nur mit dem Namen Nino Paland zu verbinden. Zugegeben, der 31-jährige Fußball-Lehrer ist seit einigen Jahren der beste Wuppertaler Stürmer. Doch CSCTrainer Markus Dönninghaus und „Chef“ Egid Gigl können in erster Linie auf den Teamgeist setzen. Und auf Talente aus der eigenen U 19 wie Eisenbach Junior oder Timo Leber, die behutsam aufgebaut werden. Vom Kreisligisten SV Bayer soll - wie der Fuß- ball-Report berichtete - mit Martin Müller ein weiterer junger Mann für die Offensive kommen. Müller? Im Kreis ist der Blondschopf besser bekammt als „Torres“. Wie der erblondete spanische Top-Torjäger, der inzwischen bei Atletico Madrid gelandet ist. Torres heißt aber auch der über Wuppertal, Düsseldorf und Solingen wieder beim FC Remscheid gelandete Miguel Lopez-Torres. Seine zahlreichen Tore reichen aber nicht, um die Wupper-Filiale FCR ganz nach oben zu bringen. Beim 2:2 im Höfen gegen die Grün-Weißen bewies Lopez-Torres nur bei seinen beiden Treffern in der ersten Viertelstunde sein Können. Die Grünen stehen - wie der TSV Ronsdorf - trotz des Überraschungserfolges in Kalkum-Wittlaer mitten im Abstiegskampf. Gut, dass der Aufsteiger seinen Heimkehrer Tarkan Türkmen hat, der beim 3:2Sieg alle drei Tore für Grün-Weiß erzielte. Martin „Torres“ Müller, hier neben Bayer-Zugang von Polonia, soll bald für Cronenberg auf Torejagd gehen. Foto: ODETTE KARBACH Übrigens: Auch die Zahl der Absteiger hängt von der Zahl der FVN-Absteiger aus der Regionalliga ab... FAIRNESS: CSC VORNE Insgesamt sieben Mannschaften haben derzeit noch eine weiße Weste und können sich Hoffnung auf den Gesamtsieg machen. Besonders spannend ist es in der Landesliga 3, in der die Spielvereinigungen aus Schonnebeck und Sterkrade-Nord die Tabelle mit einem Quotienten von 0,00 gemeinsam anführen. Hier die aktuellen Tabellenführer: Oberliga: Ratinger Spvg. Germania 0,00 Landesliga 1: Cronenberger SC 0,00 Landesliga 2: 1.FC Kleve 0,13 Landesliga 3: Spvg. Schonnebeck 0,00 Spvg. Sterkrade-Nord 0,00 Bezirksliga 1: FC Büderich 0,09 Bezirksliga 2: ASV Mettmann 0,17 Der von Ronsdorf zu Grün-Weiß gekommene Beyenburger Torwart Wasserfuhr verlor „zwei Zweikämpfe“ gegen LopezTorres. Foto: HOLGER BATTEFELD 10 | DIE GUTE TAT KICK FÜR KATARINA Die Mannschaften: stehend Michael Tappert, Michael Busch, Mujo Isanovic, Marinko Rados, Marco Raukamp, Ali Seif, Branimir Bajic, Christian Hermes, Christian Maly, Fasil Arafkas, Krysztof Benedyk, Björn Joppe, Stefan Vollmerhausen, Dirk Zimmermann, Dado Knezevic-Tuce, Chrischa Hannawald, Ante Gubic, Ferenc Schmidt, Miki Miljak, Thomas Bielefeld; vorne Peter Ryzek, Marinko Rados, Ralf Derkum, Luciano Velardi, Marius Korpilla, Branislav Matanovic , Mili Hadziabdic , Andreas Gensler, Tomasz Pomykol, Jean-Louis Tavarez, Jens Kragl, Michael Röttgen, Daniel Dittrich, Ranko Kovacevic. Fotos: ODETTE KARBACH (5) und JOCHEN CLASSEN (1) D as Spiel für die 11 Jahre alte an Knochenkrebs erkrankte Bosnierin Katarina war auf Initiative des ehemaligen MSV-Duisburg-Profis Branimir Bajic zustande gekommen, der bei Trainer Dado Knezevic vom FK Jugoslavija Wuppertal auf offene Ohren gestoßen war. Klar, dass da alle mitmachten, die Tappi und seine Freunde angesprochen hatten. Fast alle. Achim Weber sagte kurzftristig ab. Grippe. Dafür brachten Dirk Schneider und Stefan Vollmerhausen einen dicken Scheck mit. Von der WSV-Jugend. Nun, einige Ex-Profis kickten mit. Ferry Schmidt zum Beispiel, einst der schnellste Stürmer der 2. Bundesliga. Mit Sixpack unter dem hautengen, orangenen Shirt wirkte er nicht wie einer, der im Juli 52 Jahre alt wird: „Ich bin fast jeden Tag in der Muckibude und mache in meiner Fußballschule natürlich alles vor.“ Der ehemalige WSV-Torjäger mit ungarischen Vor- fahren betreibt seit Jahren in Wülfrath seine Schule und lebt seit Jahrzehnten in Erkrath: „Aber der Max wohnt jetzt in München und ist erfolgreich im Finanzbereich.“ Max ist sein Sohn und wurde in der Wuppertaler Zeit des Rocky-Fans gezeugt... Ferry Schmidt kickte bis Ende der Achtziger beim WSV und schoss in drei Spielzeiten für den WSV 36 Tore, bevor er zum MSV Duisburg zurückkehrte. Vom MSV kamen einige Kicker nach Oberbarmen, die die DIE GUTE TAT | 11 Eigentlich war die Dritte Halbzeit im überfüllten Clubheim im Höfen interessanter als das Regenmatch auf dem glitschigen Kunstrasen. Da liefen nämlich die Organisatoren des gelungenen Events „Kicken für Katarina“, Michael Tappert und Dado Knezevic, zur Hochform auf und konnten nach der Sammlung für das schwer erkrankte Mädchen aus Bosnien stolz Bilanz ziehen: „Es sind mehr als 10.000 Euro reingekommen!“ Toll! Katarina-Hilfe inszeniert hatten. Die kleine Katarina war aus Bosnien in die Uni-Klinik Münster gebracht worden, wo die Amputation eines Unterschenkels notwendig war. „Sie ist trotzdem unheimlich tapfer“, so Dado Knezevic, „und wir tun alles, um die Kosten für die Operation und die weitere Behandlung aufzubringen.“ Der Eintrittspreis für das Spiel hatte mit vier Euro nur symbolischen Charakter, doch die meisten zahl- ten mit Scheinen unterschiedlicher Größe, und die wortgewaltigen Platzsprecher Thomas Bielefeld und Ralf Müller konnten laufend weitere Spenden bekannt geben. Sie hatten noch nicht die Aufstellungen durchgegeben, da hatte Krysztof Bendyk schon das 1:0 für die mit Spielern aus fünf Nationen bestehende Balkan-Auswahl erzielt. Am Ende des vom langen Wegmann geleiteten Spiels stand es 5:3 für den Balkan-Express, für den alleine der dribbelstarke Alleinunterhalter Marinko Rados drei Treffer beisteuerte. Fazit: Das Kicken für Katarina lohnte sich in jeder Beziehung. Finanziell kann die erkrankte Bosnierin unterstützt werden. Und die internationalen Kicker aus Wuppertal bewiesen, dass sie sich durchaus auf dem Fußballplatz verstehen und vertragen können. Weiter so! MANFRED OSENBERG 12 | SPORTSTÄTTEN GRÜN IST der hafen In der Lüntenbeck und im Sonnborner Hafen hofft man noch auf den Aufstieg. Während der FSV Vohwinkel in der Bezirksliga seine Jagd auf den Favoriten Heiligenhaus fortsetzen will, hofft der SC Sonnborn auf ein Schwächeln des Spitzenduos ASV und Jugos in der Kreisliga A. SPORTSTÄTTEN | 13 D er FSV Vohwinkel feiert zwar die offizielle Eröffnung des Kunstrasenplatzes mit einem Promi-Oldie-Freundschaftsspiel erst am 2. Mai. Doch die ersten Punkte sind im Sack. Allerdings mussten sich die Bach-Buben bei der Ortskampf-Premiere auf dem neuen Geläuf in der Lüntenbeck mit einem 2:2 gegen die erstarkten Linder zufrieden geben. Obwohl Trainer Marc Bach nicht müde wird und stets darauf hinweist, dass der Wiederaufstieg in die Landesliga erst für 2016 eingeplant sei, werden die Vohwinkeler sicherlich nicht dagegen sein, wenn schon am 7. Juni nach einem Heimsieg am letzten Spieltag gegen Wermelskirchen der Bezirksliga-Titelgewinn gefeiert werden könnte. Kunstrasen im Hafen Eine Klasse tiefer hat FSV-Nachbar SC Sonnborn andere Sorgen. Der Tabellendritte der Kreisliga A muss nämlich seine Heimspiele auf dem Aschenplatz an der legendären Rudolfstraße austragen, weil im Hafen gebuddelt wird. Oberbürgermeister Peter Jung startete mit einem Spatenstich offiziell das 264.000 Euro teure Projekt, das schon Ende Mai abgeschlossen werden soll. Kosten? Die Stadt beteiligt sich mit 110.000 Euro aus der Sportpauschale. Der Platz wird vom SCS in Eigenregie betrieben. Bei einer Grundsanierung vor einigen Jahren war der Unterbau bereits erneuert worden. Momentan gibt es in Wuppertal elf städtische und zwei vereinseigene Kunstrasenplätze. Darüber hinaus stehen 18 Aschen- und fünf Naturrasenplätze zur Verfügung. Auf dem neuen Kunstrasen in der Lüntenbeck gab es schon beim Ortskampf zwischen dem FSV und Linde (2:2) rassige Duelle. Vergessen ist die Zeit, als gebuddelt wurde. 14 | FREUD UND LEID HEYNCKES-EHRUNG vor BUHTZ-BEISETZUNG Es war purer Zufall! WSV-Trainerlegende Horst Buhtz wurde am letzten Märztag in Langenfeld zu Grabe getragen. Am Tag vorher wurde sein Lieblingsschüler Jupp Heynckes in Bonn vom DFB für sein Lebenswerk gewürdigt und ausgezeichnet. B uhtz und Henckes - zwei erfolgreiche, aber grundverschiedene Trainer. Nach der Krönung seiner Laufbahn 2013, als er mit Bayern München die Champions League, die Meisterschaft und den DFB-Pokal gewann, widerstand Heynckes der Verlockung, im Ausland noch mal ein Engagement anzunehmen. „Nach dem Triple wollten mich einige große spanische Klubs verpflichten und haben horrende Summen geboten“, erklärte Heynckes. „Für mich war aber klar, dass ich meine Karriere beende. 50 Jahre Pro- ehen ! Edition Os enberg urtstag de s eins en Land als unterg r als einzig er e nach en bezah lten wird niem d Tiefen galt imme E WUPPE RTALER SPORT-V EREIN 04 Match nach Hause fahren, weil er nicht in der Anfangsformation von Trainer Hennes Wei s wei ler s t a nd . Doch Heynckes hielt ihn mit den Worten zurück: „Auch wenn der Trainer dich nicht braucht. Die Mannschaft braucht dich.“ Für Netzer war dies ein Moment, „bei dem der große Trainer erstmals spürbar gewesen“ sei. Schon in der Ära Weisweiler galt der frühere Torjäger Heynckes als heimlicher Assistent. Offiziell begann er 1979 als Co-Trainer unter Udo Lattek in Mönchengladbach seine Karriere am Spielfeldrand, die ihn später zu Bayern München, Athletic Bilbao, Real Madrid, Benfica Lissabon oder zum FC Schalke 04 führte. „Oft sind herausragende Spieler keine herausragende Trainer“, meinte Netzer, den eine 52 Jahre lange MIT GROSSER HORST BUHTZ-STORY Preis 19,90 E 1954 – 200 T-VEREIN TALER SP OR WUPPER 50 JAHRE 1954 – 20 Der W niemals unSV wird tergehen ! 4 Der WSV r tergehen!‹ 50 JAHR fifußball sind genug.“ Vor seiner Trainerlaufbahn schoss er viele Treffer für das deutsche Nationalteam, noch mehr in der Bundesliga. Immerhin hat er 1011 Partien als Spieler und Trainer in der Bundesliga absolviert, nur Otto Rehhagel - er wurde 2013 mit dem DFB-Ehrenpreis für das Lebenswerk ausgezeichnet - kommt auf eine höhere Anzahl. Für Kumpel Günter Netzer, der in Bonn die Laudatio hielt, ist das eine „unglaubliche Karriere“, die der Jupp vom Niederrhein mit „Gradlinigkeit, Ehrlichkeit, Leistungsbereitschaft und Disziplin“ gemacht habe: „Du kamst von ganz, ganz unten nach ganz oben und wurdest eine Trainerlegende.“ Es war 1973. Der WSV strebte in den letzten Spielen des Saisonfinals noch die Deutsche Vizemeisterschaft an. Spannung versprach aber auch das DFB-Pokalfinale zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach, das der sich selbst eingewechselte Netzer mit einem Traumtor zum 2:1-Sieg für Gladbach entschied. Dabei wollte Netzer schon vor dem Edition O senberg NUR NOCH RESTBESTÄNDE! BESTELLEN BEI: OSENBERGPRESSE@T-ONLINE.DE oder: 0171 / 680 35 40 ODER BEI papier kürten in langerfeld FREUD UND LEID | 15 Schweigeminute für den verstorbenen WSV-Trainer Horst Buhtz. Fr e u n d s c h a f t m i t Heynckes verbindet. „Du bist der beste Beleg für das Gegenteil.“ Zwei Champions-LeagueSiege, drei deutsche Meisterschaften und ein DFB-Pokalerfolg gehören zur Titelsammlung des 69-jährigen Coaches. Die von Horst Buhtz trainierten Wupperaler gingen in den den letzten Spielen der ersten Bundesligasaison auf dem Zahnfleisch. Kein Wunder, dass der WSV gegen Hannover 96 verlor. Aber 0:4 am Zoo, damit hatte keiner gerechnet. Auch keiner der 25.000 Zuschauer, die noch mit dem Vize-Titel und einem Sieg ihrer Lieblinge gerechnet hatten. Nach dem Freistoßtor von Hannovers Kapitän Siemensmeyer stand es 0:2. Der WSV stürmte und - lief ins Messer der Niedersachsen, die sich durch das unerwartete 4:0 noch retten konnten. Es sprach für den Sportsmann Buhtz, dass er all seine ehemaligen Schützlinge von Hannover zum Klassenerhalt beglückwünschte. Auch Heynckes hatte vorher für die Sechsundneunziger gestürmt und zahlreiche Tore geschossen. „Er war schon in jungen Jahren ein Klassemann“, meinte Horst Buhtz, der 91 Jahre alt wurde und an sei- Fotos: KURT KEIL nem Wohnort in Langenfeld am 31. März 2015 beigesetzt wurde ebenso. Heynckes und viele andere Weggefährten des erfolgreichsten Wuppertaler Fußballtrainers aller Zeiten fehlten. Günter „Meister“ Pröper („Buhtz hat mich entdeckt und immer gefördert“) aber gehörte ebenso zu den Trauergästen wie Lothar Stücker und Peter Pelke als Vertreter des WSV und ehemalige Trainerkollegen wie zum Beispiel der Solinger Horst Franz und Dietmar Grabotin, Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters SSVg Heiligenhaus. Fotos: KURT KEIL/Text: MANFRED OSENBERG Immer informativ und pünktlich Auch hier gibt es die bunte Monatszeitschrift: seit 30 Jahren… FUSSBALL REP RT • • • • • • • • • • • • • • HAKO-SPORT · Vohwinkeler Strasse 115 tankstelle müller · langerfelder STRASSE 121 Best car wash · Höfen und BRILLER strasse Gaststätte Vertellchen · Hofkamp Bahnhofs-Kiosk · Barmen + Oberbarmen Rainbow-Park · Dönberg Kiosk Beyeröhde · Schwelmer StraSSe Haus eisenbach · Weinberg 6a Sport Direkt · Tannenbergstrasse 53 Gaststätte Söhn · UELLENDAHLER strasse 455 kaminstübchen · südstraSSe big herrenmode · KemmanstraSSe 18 CafÉ Klaus · Ecke Berg-/HochstraSSe Papier Kürten · schwelmer strasse D I E n ä chste A U S G A B E E R S C H E I N T E nde M ai 2 0 15 16 | oberliganews MALY, MARVIN UND DER MARTIN Der WSV liegt vorne! Er führt nicht nur klar die ZuschauerListe an, sondern bietet auch den Besten in der Torjägerliste auf. Marvin Ellmann hat inzwischen 18 Tore auf dem Konto und liegt gleichauf mit Philipp Goris (RWO II) an der Spitze. Nur zwei Treffer weniger hat der frühere WSV-Spieler Hüzeyfe Dogan, der beim 7:0-Schützenfest in Nievenheim viermal ins Schwarze traf. K lare Sache: Die Regularien sind eindeutig – nur der Tabellenerste steigt am Ende der Saison in die Regionalliga auf. Bei Lizenz- oder Rückzügen in Liga vier reduzieren sich die Abstiegsplätze. Der WSV muss also zwingend Velbert noch überholen, um sich ein drittes Jahr in der Oberliga Niederrhein zu ersparen. Aber - wer glaubt noch daran. Finanzvorstand Lothar Stücker und der neue Verwaltungsratvorsitzende Thomas Lenz (links) haben andere Sorgen. Trainer Thomas Richter soll seinen bis 2016 laufenden Vertrag erfüllen. Torjäger Elmman soll bleiben. Laut Stücker ist der Etat von rund einer Million gesichert. Aber es werden Sponsoren dringend gesucht. Auch ein neuer Trikotsponsor muss her. Denn der engagierte Jörg Wolff schied mit seiner Firma ICG, bei der auch Manager Achim Weber und Trainer Thomas Richter angestellt sind und in der Stadt Wuppertal „Einiges bewegen wollte“. Neben Wolff stellten sich bei der Jahreshauptversammlung bei HAKO andere acht im Vorjahr gewählte Mitglieder des WSV-Verwaltungsrates aus verschiedenen Gründen nicht mehr zur Wahl. Aber auch vom neu gewählten Vorstand und Verwaltungsrat waren ein paar Tage später schon eine Frau und ein Mann nicht mehr dabei. Barbara Neusel-Munkenbeck zum Beispiel, die 2014 eine Pause eingelegt hatte, erhielt zuwenig Stimmen. Und Uwe Heyn, der sich eigentlich neben Bernd Gläßel für den Vorstand zur Verfügung gestellt hatte, zog seine Zusage schon 24 Stunden später zurück. Jens Himmelreich bekam – ebenso wie etwa Ex-Torwart Christian Maly und „Wuppertal Marketing“-Chef Martin Bang („Sport und Fußball sind wichtig für das Image einer Stadt“) – viel Zustimmung, Neusel-Munkenbeck nicht. Alexander Eichner als Sprecher sowie der für den Fußball zuständige Achim Weber und Finanzvor- stand Lothar Stücker wurden von der Versammlung bestätigt. Bernd Gläßel kommt neu hinzu. Ein Vorstand, der trotz aller Sorgen optimistisch in die Zukunft blickt. Fotos: JOCHEN CLASSEN/JÖRN KOLDEHOFF Text: MANFRED OSENBERG Elf des Monats | 17 WASSERFUHR GRÜN-WEISS OSEI CSC T. TÜRKMEN THAMM WSV MANSTEIN GRÜN-WEISS WSV PALAND CSC SCHMETZ WSV FINKE RONSDORF ELLMANN WSV Erstmals in der Elf des Monats: Sebastian Finke vom TSV Ronsdorf. Papa Uwe spielte früher als Tor gefährlicher Mittelfeldspieler bei Union. ISLER GRÜN-WEISS PERNE CSC 18 | FUSSBALL & MEDIEN BRUDER STARB IN BRASILIEN Er hauchte in den Achtzigern gemeinsam mit Ex-Trainer Rolf Müller der WSV-Stadionzeitung neues Leben ein, war beim unvergessenen Henri Nannen in Emden tätig und baute vor rund 20 Jahren in Brasilien eine Filmgesellschaft auf. Zwei Monate nach der Fußball-WM in Brasilien erlag der Wuppertaler Carsten Bruder einem Herzinfarkt. A ls sich die Sportjournalisten des Vereins Bergische Sportpresse (VBS) im Cinemax den WM-Filmhit „Die Mannschaft“ anschauten, da wussten sie noch nichts vom plötzlichen Tod ihres Kollegen, der oft unterschätzt, aber auch oft erfolgreiche Presseabeit geleistet hat. Nicht zuletzt bei seinem Besuch in seiner Heimatstadt Wuppertal in Begleitung des ehemaligen Weltklassekickers Julio Cesar bewies Bruder seine enormen Kenntnisse über den Fußball in Brasilien. Beide, der umtriebige Sportjournalist und der WM-Botschafter meinten damals, dass es für Deutschland schwer sein würde, in Brasilien Weltmeister zu werden. Sie irrten sich, wir seit dem 13. Juli 2014 wissen. Bruder führte Medienvertreter durch das Land. Sie trafen Kinder und Jugendliche, die von den beachtlichen sozialen und wirtschaftlichen Fort- schritten des Landes ausgeschlossen sind. Sie sprachen mit Ju- Julio Cesar (rechts) mit seinem Bruder und mit dem Sportjournalisten Carsten gendsozialarbeitern Bruder, der fast 20 Jahre in Sampa lebte, rund 50 km südwestlich von Rio de Janeiro. in den Favelas, die ihnen dabei helfen, den Teufelskreis aus friesland und dem VBS-Team. 2:2 endete die Partie Armut, Gewalt und Drogen zu verlassen. Und sie Das war 1989. Rund zehn Jahre später sammelbesuchten auch soziale Einrichtungen, die ih- te er in Wuppertal Sponsoren, die Geld für seinen bessere ne Projekte in Brasilien zur Verfügung stellen Chancen auf Bildung und so neue Zukunftsper- könnten. Zwei Unternehmer aus dem Tal unterspektiven ermöglichen, und diskutierten mit stützten ihn dabei, und er produzierte mit seiKinderrechtsexperten über gesellschaftliche Lö- ner Firma „kreativ“ vor der WM auch Filme über Fußball und Leute in Brasilien für Fernsehansungen. Die sind immer noch nicht gefunden... Der Autor erinnert sich an das Grünkohlessen auf stalten in Deutschland. dem Feuerschiff, an den Besuch des Rathauses Die WM selbst verlief für ihn nicht so optimal. Stress und der Ausstellung im Henry Nannen-Museum. pur. Rund um die Uhr. Zuviel für das Herz des ElberNatürlich organisierte Carsten Bruder auch das felders. Am 21. August 2014 verstarb Carsten BruFußballmatch zwischen den Journalisten von Ost- der. Wir werden uns noch lange an ihn Erinnerrn. ÜBERRASCHUNG M it einer Überraschung endeten in der Neuen Welt in Nächstebreck die Kegelmeisterschaft des Vereins Bergische Sportpresse (VBS). Zum ersten Mal gewann der als krasser Außenseiter angetretene Dieter May vor Titelverteidiger Siegfried Jähne sowie Andreas Dach (Remscheider General-Anzeiger) und Fotograf Kurt Keil, die gemeinsam den dritten Platz belegten. Das Foto des unterlegenen Favoriten Kurt Keil zeigt von rechts den langjährigen VBS-Vorsitzenden Manfred Osenberg, Schatzmeister Dieter May und Sportwart Roderich Trapp. Das Trio wurde bei der anschließenden Jahreshauptversammlung erneut einstimmig wiedergewählt. Den VBS-Vorstand komplettieren ZDF-Reporter Martin Schneider (2. Vors.) und Friedemann Bräuer (Geschäftsführer), der seit einem Vierteljahrhundert für den Fußball-Report und für den Matchball mit Golf Extra schreibt. | 19 EMKA Sportzentrum Velbert Sportliches Engagement vor Ort: Fußballer, Leichtathleten, Tänzer, Schulkinder und viele weitere Sportler aus der Region trainieren im EMKA Sportzentrum Velbert. Als ortsansässige Firma unterstützt die EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG nicht nur den Fußballclub SSVg Velbert, sondern trägt auch gerne zum Betrieb und Ausbau der großflächigen Innen- und Außenanlagen bei. EMKA Sportzentrum Velbert direkt an der A535 Ausfahrt ➁ Velbert Am Sportzentrum 1 42551 Velbert www.emka.com Ein starker Partner an Ihrer Seite! Die WirtschaftsWoche platziert EMKA im Ranking „Die 100 Besten des deutschen Mittelstands“ auf Platz 23. 20 | DAS OBERLIGA-DUELL VELBERT PUNKTET - WUPPERTA Der Zweikampf geht weiter. Es bleibt spannend. Eine Vorentscheidung könnte am 23. April fallen, wenn der WSV im Nachholspiel beim MSV Duisburg II antreten muss. W SV-Nachbar SSVg Velbert, nach der Winterpause noch hinter den Rot-Blauen, punktete auch zu Ostern. Nach ihrem 3:1 beim TuS Bösinghoven standen die Schützlinge von Trainer Andre Pawlak (mit einem Spiel mehr) weiter sieben Punkte vor dem WSV. Pawlaks ehemaliger Spieler in Wattenscheid, der neue Kapitän Alexander Thamm, blieb Realist: „Die Situation ist für uns ganz klar unbefriedigend. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, weil wir schlecht in die Rückrunde gestartet sind und dafür sind wir natürlich selbst verantwortlich.“ Die harte Kritik vom Sportlichen Leiter Achim Weber konterte Thamm (siehe Seite 25). Aber die Verantwortlichen am Wuppertaler Zoo scheinen nervös zu werden. Beweis: Die Zwischenstände des Velbert-Spiels wurden von der Stadion-Regie konsequent nicht übermittelt. Vermutungen, dass dies auf Anordnung des Mangers geschah, wies Achim Weber zurück. „Ich habe keine Ahnung, warum das so war. Vielleicht haben sie da oben das ,V‹ nicht gefunden“, sagte Weber und ergänzte: „Warum sollte ich so etwas auch veranlassen? Wir können doch eh nur unsere eigenen Spiele beeinflussen. Und um mit denen nochmal an Velbert heranzurücken, war mir das zu wenig.“ Während Tabellenführer Velbert weiter seine spielerische Überlegenheit ausspielte und punktete, wurden beim WSV Spieler aussortiert. Nicht die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Endspurt. ES SAGTE „Das ist ein Marathon-Lauf, und wir haben noch eine große Strecke vor uns!“ Velberts Trainer Andre Pawlak vor Ostern. DAS AKTUELLE INTERVIEW | 21 AL NERVÖS „ELLMANN KOMMT NICHT ZU UNS!“ Dirk Mühlhause wohnt - wie einige Velberter Entscheidungsträger und Sponsoren - in Wuppertal. Wir sprachen mit dem 2. Vorsitzenden des OberligaTabellenführers SSVg Velbert. KEVIN HAGEMANN JAGT ELLI Keine Frage: Es ist seine Saison. In 22 Spielen traf er schon ein Dutzend Mal ins Schwarze. So erfolgreich war der 24-jährige Kevin Hagemann noch nie. Natürlich schoss er auch beim 3:3 am Zoo gegn den WSV „sein“ Tor. Fotos: KURT KEIL FUSSBALL-REPORT: Wann unterschreibt WSVTorjäger Ellmann bei Ihnen? Dirk Mühlhause: In der letzten Saison gab es – wie zu vielen Spielern – auch Kontakte zu Ellmann. Man kann aber auch feststellen, dass viele Spieler den Kontakt zur Velberter Vereinsführung aus eigenem Antrieb suchen, da die SSVg Velbert für gute Strukturen und Verlässlichkeit steht. Nach heutigen Stand kann gesagt werden, dass keine Spieler des Wuppertaler SV – weder Ellmann oder andere - in unseren Planungen eine Rolle spielen. FUSSBALL-REPORT: Wie sieht denn Ihre Planung aus? Bleibt zum Beispiel auch Ihr Sohn? Dirk Mühlhause: Wir versuchen den Großteil des Kaders zusammenzuhalten. Dies gilt sowohl für die mögliche Regionalliga, aber auch für die Oberliga. Im Falle eines Aufstieges muss natürlich die U23-Regelung in die Planungen mit einbezogen werden. So passt es in unser Konzept, dass Talente aus unserer NiederrheinA-Jugendmannschaft bereits jetzt an die erste Mannschaft herangeführt wurden. Punktuelle externe Verstärkungen wird es auch geben, hier stehen aber noch keine Namen fest. Leistungsträger wie Sprenger, Dogan, Trisic, Andersen, Hagemann, Mondello oder Tumanan haben ja bereits verlängert. Auch mein Sohn Marvin wird weiterhin in Velbert spielen. FUSSBALL-REPORT: Bleibt Ihr erfolgreicher Trainer? Dirk Mühlhause: Unser Trainer André Pawlak, aber auch Co-Trainer Markus Braasch und das weitere Funktionsteam bleiben der der SSVg Velbert in der kommenden Saison erhalten. Die Verträge sind alle entsprechend unterzeichnet, wobei unser Trainer bereits im Februar 2015 verlängert hatte. FUSSBALL-REPORT: Velbert wird voraussichtlich der direkte Wiederaufstieg schaffen. Werden sich die Strukturen verändern? Dirk Mühlhause: Im Falle eines Aufstiegs in die Regionalliga wird es auch weiterhin kein Profitum in Velbert geben. Wir bieten vielen Spielern berufliche Perspektiven und unterstützen deren Studiengänge oder Weiterbildungen, dies jedoch mit aller Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit im Sinne der Spieler. Dieses „Ge- samtpaket“ schätzen auch unsere Spieler. Alles andere ist nicht seriös finanzierbar. FUSSBALL-REPORT: Wie ist Ihr Verhältnis zum Nachbarn WSV? Dirk Mühlhause: Als geborener Velberter, der seit mehr als 15 Jahre in Wuppertal wohnt, beobachte ich natürlich das Geschehen beim WSV. Das Stadion am Zoo mit seiner Atmosphäre, die treuen Fans und das Potenzial im Verein sind als solches schon bemerkenswert. Leider gibt es für meinen Geschmack zu viele Eitelkeiten und Nebengeräusche, die immer wieder vom sportlichen Weg ablenken. Dies kennen wir hier in Velbert so nicht. Alle ziehen an einem Strang und geben ihr Bestes im Ehrenamt. 22 | Verschlusstechnik mit System Verschlüsse Dichtungen Scharniere Zubehör Die EMKA GRUPPE ist Weltmarktführer für Verschlüsse, Scharniere und Dichtungen, die in Schalt- und Steuerungsschränken für Elektronik und Elektrotechnik zum Einsatz kommen. In den Branchen Klimatechnik und Transport zählt EMKA zu den führenden Herstellern von Verschlusstechnik. Das Gesamtsortiment umfasst 15.000 Artikel, die an neun Fertigungsstandorten in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Bosnien, USA und China entwickelt, gefertigt, veredelt und montiert werden. Das Unternehmen ist mit 1.400 Mitarbeitern in 46 Ländern weltweit vertreten. www.emka.com Ein starker Partner an Ihrer Seite! Die WirtschaftsWoche platziert EMKA im Ranking „Die 100 Besten des deutschen Mittelstands“ auf Platz 23. THEMA des monats | 23 WENN DIE FLITZER FLITZEN... 1.000 Euro muss der WSV zahlen, weil einige seiner unbelehrbaren Fans beim Auswärtsspiel im März auf den Platz gelaufen waren. Der Verband droht dem Oberliga-Zweiten im Wiederholungsfall sogar ein „Geisterspiel“ an. D ie Wuppertaler „Flitzer“ sind keine Seltenheit in diesen Frühjahrs-Wochen. In Gladbach sorgten weiß gekleidete Kölner Rasenflitzer für Aufregung. Der 1.FC Köln wurde hart bestraft. Für Ärger sorgte eine „freundliche Invasion“ von mehr als einem halben Dutzend Flitzern beim EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Georgien. Bundestrainer Jogi Löw, der sonst nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist, schimpfte nach dem Bleibt er oder geht er? Mats Hummels (Foto) würde gerne bei Borussia Dortmund bleiben. Aber die Angebote aus dem Ausland will er prüfen. Manchester United hat schon vor einigen Monaten die Fühler nach Hummels ausgestreckt. 2:0-Sieg seines Teams: „Das ist einfach störend. Das passiert vielleicht mal. Aber zuletzt waren es zu viele. Das stört auch die Spieler. Und ist manchmal auch nicht ganz ungefährlich. Das wünscht man sich nicht.“ Schon vor dem Spiel war ein Fan auf den Rasen des Nationalstadions gerannt. Während der Partie und nach dem Abpfiff wiederholte sich die Szene mehrfach. Die Flitzer waren aber nicht aggressiv, sondern wollten die Spieler umarmen oder ihnen die Füße küssen. Eine solche Situation hatte es auch schon beim Training gegeben, als ein georgischer Journalist Bastian Schweinsteiger auf diese Weise seine Hochachtung ausdrücken wollte. Auch DFB-Verteidiger Mats Hummels zeigte sich kritisch. „Dem Flitzertum kann ich gar nichts abgewinnen. Das ist extrem störend. Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass man einem Flitzer das Trikot gibt oder ihn umarmt. Das motiviert noch andere, das zu tun“, sagte der Dortmunder. „Am besten, bestraft man das mit Nichtbeachtung.“ 24 | KAPITÄNE ALS DER WSV IN DIE 2.LiGA AUFS TRAINER STANDEN IM DAUER In der EMKA-Zentrale in Velbert werden die Fäden gezogen. Hier, wo Friedhelm Runge seit fast vier Jahrzehnten der Chef ist, haben zahlreiche Fußballer eine berufliche „Heimat“ gefunden. Zwei von ihnen, Dirk Zilles (Foto) und Dietmar Grabotin, zwei Ex-Profis mussten am letzten März-Sonntag zu gleicher Stunde als Trainer in Wuppertal Punkte lassen. D irk Zilles, der 1992 den WSV in die 2. Bundesliga geführt hat und seit gefühlten zehn Jahren die Düsseldorfer Turu trainiert, hätte fast noch mit seinem Außenseiterteam im Stadion am Zoo für eine Überraschung gesorgt. Doch Ellmanns Doppelpack reichte dem WSV schließlich zum 3:2-Erfolg. Ein paar Kilometer weiter zur gleichen Zeit auf den Südhöhen schaffte Zilles Kollege Grabotin mit dem Bezirksliga-Tabellenführer Heiligenhaus das Kunststück, in der Nachspielzeit in Linde aus einem 1:3-Rückstand doch noch ein 3:3-Unentschieden zu machen. Trainer Grabotin wusste nicht so Recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Denn der Vorsprung vor Spätstarter Vohwinkel schmilzt immer mehr. Außerdem steckt dem Top-Favoriten aus Niederberg immer noch die 0:5-Klatsche gegen den FSV beim Rückrundenstart in den Knochen. Grabotins Trainerkollege Björn Joppe, der nach der Winterpause endlich seine Mannschaft besser präsentieren kann, nahm den Punkt gerne an und freute sich, dass Orlando Paolo endlich wieder trifft. Der farbige Stürmer schoss die Tore zwei und drei für die Ronsdorfer, die dann aber noch zwei späte Treffer kassieren mussten. Klar, dass am folgenden Montagmorgen beim Frühstück in Velbert über den Fußball disku- tiert wurde. Zilles, Grabotin, dazu Rudi Müller, der mit Zilles und Achim Weber 1992 im Aufstiegsteam des WSV gestanden hat. In dieser Saison peilt Müllers Sohn David einen Aufstieg an, nämlich den in die Regionalliga. Mit Velbert. Die Müllers sind davon überzeugt, dass sie Oberliga-Meister werden, vor dem WSV. Garant für den Aufstieg ist auch ein weiterer Klassekicker, der schon beim WSV gespielt hat: Hüzeyfe Dogan. Das Mittelfeld-Ass arbeitet ebenfalls bei EMKA in Velbert, wo viele Fäden gezogen werden im bergischen Fußball. Foto: JOCHEN CLASSEN Text: MANFRED OSENBERG neuer kapitän | 25 STIEG RREGEN Turu Düsseldorfs Trainer Frank Zilles und WSV-Mannschaftsarzt Dr. Tim Heinz kennen sich schon viele Jahre. Das Porträt des vielseitigen Chirurgen lesen Sie in der nächsten Ausgebe Foto: KURT KEIL THAMM HAT DIE SCHNAUZE VOLL Ostermontag am Zoo. Der WSV siegt mit 2:1 gegen Fischeln und hat als Tabellenzweiter weiterhin Hoffnungen auf den Aufstieg. Das 2:1 gegen den VfR Fischeln war schon der 15. Sieg in dieser Saison. Doch nach der Partie wirkte Alexander Thamm, als Torschütze und Motor maßgeblich am Heimerfolg beteiligt, nicht gerade zufrieden. D er Innenverteidiger und zweite Kapitän hinter Dennis Schmidt fand gegenüber dem „Reviersport“ klare Worte in Richtung „Fans und Rasen“, aber er betont auch, dass es nicht alle Fans sind, die die Erwartungen zu hoch hängen: „Ich spiele lieber vor 1200 Leuten, die sich 90 Minuten in den Regen stellen und Vollgas geben, als vor 7000 Event-Zuschauern gegen Velbert, die nur hier sind, damit wir sie belustigen. Ich ziehe meinen Hut vor denen, die bei Wind und Wetter in der Kurve stehen und diese Fans schließe ich auch aus jeglicher Kritik aus.“ „Diese Mentalität geht mir auf den Geist“ ES WAR 1992. In einem Herzschlag-Finale wurde der WSV (48:12 Punkte, 66:19 Tore) dank des besseren Torverhältnisses Oberliga-Meister vor Rot-Weiß Essen (48:12, 67:21 Tore), das sich als Trost danach immerhin die deutsche Amateur-Meisterschaft sicherte. Dann legte der WSV los: Nach Siegen vor knapp 20.000 Zuschauern bei Preußen Münster (2:1, Tore: Schweiger, Broos) und gegen Salmrohr (1:0, Tor: Müller) feierte das Team von Trainer Wolfgang Jerat bereits am dritten Spieltag mit dem 4:2 gegen Münster vor rund 14.000 Fans im Stadion am Zoo den Aufstieg. Die abschließende Begegnung in Salmrohr hatte nur noch statistischen Wert – und dennoch verwöhnte der WSV die mitgereisten Fans mit einer tollen Leistung und einem 4:1. Der WSV-Kader der Saison 1991/92: Jörg Albracht, Volker Diergardt, Dirk Michelsen – Kurt Balewski, Jörg Beyel, Siegmar Bieber, Christian Broos, Sven Christians, Matyas Juracsik, Michael Kentschke, Lars Kindgen, Dietmar Klinger, Frank Kremer, Rudi Müller, Rytis Narusevicius, Thomas Pröpper, Dirk Pusch, Hannes Reif, Gintaras Rimkus, Marc Schweiger, Mirko Vogt, Achim Weber, Frank Zilles. Trainer: Wolfgang Jerat. Thamm ärgerte sich: „Wenn zum Beispiel einem unserer Außenverteidiger der Ball verspringt, dann geht auf der Tribüne sofort das Gemurmel los. Da können wir auch sieben Mal die Woche trainieren, trotzdem wird uns der Ball verspringen, weil der Platz einfach nach 60, 70 Minuten durch ist. Das sind Sachen, die ärgern mich. Wir gewinnen 2:1 und trotzdem fühlt man sich als Verlierer, nur weil man Fischeln nicht 7:0 aus dem Haus gehauen hat. Da muss man einfach mal wieder einen respektvollen Umgang mit dem Rest der Liga betreiben.“ Der beste Abwehrspieler des WSV, der im vergangenen Sommer mit Torwart Tonczyk aus Wattenscheid gekommen war, stellt klar: „Natürlich ist es nicht unser Anspruch Zweiter zu sein. Es ist aber nun mal so, dass Velbert eine noch bessere Saison spielt als wir. Wir haben nur drei Spiele in der ganzen Saison verloren, werden aber von vorne bis hinten nur beschimpft. Man traut sich gar nicht mehr sich richtig zu freuen, weil ein 2:1 gegen Fischeln nicht reicht. Sondern es ist die Erwartung, dass wir denen fünf, sechs oder sieben Stück reinhauen. Diese Mentalität geht mir einfach enorm auf den Geist, und da müssen wir ganz schnell umdenken.“ der neue WSV-KAPITÄN ALEXANDER THAMM Thamm erklärt auch, warum man momentan keinen besseren Fußball spielen kann: „Man hört ja immer, man soll mehr Tempo machen. Sollen wir dem Ball Tempo geben oder mit dem Ball am Fuß Tempo aufnehmen? Es geht beides nicht, sondern man muss sich auf die Witterungs- und Platzbedingungen einstellen. Klar, die anderen Mannschaften spielen auch auf solchen Plätzen, aber die werden nicht so kritisch beäugt wie wir. Bei uns sind alle in der Lage, einen Pass über fünf Meter an den Mann zu bringen. Ich möchte mich deshalb nicht dafür entschuldigen, dass wir nur 2:1 gewinnen. Ich entschuldige mich für keinen Sieg.“ 26 | IDYLLISCHE OBERLIGA VOR DER KAPELLE IN KAPEL ...ließ der WSV zwei Punkte liegen. Denn beim krassen Außenseiter SC Kapellen reichte es für die Wuppertaler nur zu einem mageren 2:2. Zu wenig für einen Angriff auf Tabellenführer SSVg Velbert.Das wissen auch Sportvorstand Achim Weber und Trainer Thomas Richter. Flaches Land - flache Pässe und Schüsse. Und der liebe Gott schaut am „katholischen Niederrhein zu. Außerdem rund 500 Fußballfreunde, die an einem Sonntagnachmittag auf dem Dorf nichts Besseres vorhaben. Alle Fotos: KURT KEIL LLEn... IDYLLISCHE OBERLIGA | 27 28 | SCHIEDSRICHTERGESCHICHTEN „MEIN GOTT WALTER...“ Haben die Schiedsrichter heute keinen Humor mehr? Stehen sie heute zu sehr unter Druck? Ist die Distanz zwischen ihnen und den Spielern zu groß geworden? „ Damals war es selbstverständlich“, sagt uns ein ehemaliger Oberliga-Schiedsrichter aus Wülfrath, „dass wir nach dem Spiel noch mit der Heimmannschaft zusammen ein Bier getrunken haben. Heute kommt das kaum noch vor.“ Heute? Seit Jahren werden die Schiedsrichter vor allem in den unteren Klassen - schlecht behandelt. Tätlichkeiten. Spielabbrüche. „Es ist wirklich kaum zu glauben“, bedauert ein Elberfelder, der sowohl im Wuppertaler BKV-Fußball als auch DFB-Spiele leitet: „Was auf einigen Plätzen abläuft. Respekt vor dem Unparteiischen? Gibt`s kaum noch.“ Stimmt. Heute wird auf den Plätzen in Beyenburg, Langerfeld oder auf der Kaiserhöhe kaum noch gelacht oder geschmunzelt. Ahlenfelder oder Eschweiler - die Namen früherer Schiedsrichter sind vergessen. Die älteren Leser werden sich aber zum Beispiel noch an die WM 1982 er- innern, als Walter Eschweiler nach dem Zusammenstoß mit dem Peruaner Jose Velasquez zu Boden ging, einen Zahn verlor und trotzdem das Match des späteren Weltmeisters Italien gegen Peru (1:1) bis zum Ende leitete. An diese Episode vom Juni 1982 in Spanien erinnert sich „Mein Gott Walter“ Eschweiler noch heute gerne. Das Video mit dem Missgeschick findet man heute noch im Internet unter dem Namen „Eschweiler“. „Damals war ich 46“, schildert er die „Eschweiler-Rolle“ in einem Interview mit dem Autor: „Ich hatte zwar Schmerzen, habe aber schnell die gelbe und rote Karte sowie meine Pfeife aufgesammelt und die Partie mit den staunenden Spielern fortgesetzt.“ Die „rheinische Frohnatur“ aus Bonn, der Jahrzehnte als Beamter im Auswärtigen Amt („dabei habe ich die ganze Welt gesehen“) tätig war, leitete auch in Wuppertal Bundesligaspiele am Zoo, zum Beispiel den Schlager WSV gegen Borussia Mönchengladbach, aber später auch einige Promi-Spiele am Uellendahl. Dabei ging es niemals bierernst zu. „Ich habe immer einen guten Kontakt zu den Spielern gehabt und bin von ihnen respektvoll behandelt worden!“ Respekt - den vermisst Eschweiler heute, der bis zum Ende seiner Karriere vor 30 Jahren 150 Bundesligaspiele leitete und 1966 sein erstes Bundesligamatch („Im alten Stadion Rote Erde war es die 1:2-Niederlage von Borussia Dortmund gegen Fortuna Düsseldorf“) pfiff. Einen wie Eschweiler könnte der Fußball im Jahre 2015 gut gebrauchen. Den Mann haben viele vergessen, seine „Diplomatenrolle“ nicht. MANFRED OSENBERG Walter Eschweiler mit den Kapitänen Netzer und Reichert (oben) und beim Interwiev (unten) mit dem Autor Manfred Osenberg. BARMENIA FAIRPLAY | 29 seniorenpokal Pos. Verein Punkte 1. SF Dönberg 93,00 Breite Burschen Barmen 93,00 Union Wuppertal 92,00 3. 4. FC Wuppertal 1919 85,50 5. TSV Beyenburg 83,50 6. Germania 1900 Wuppertal 81,33 7. Blau-Weiß Langenberg 78,50 8. 1.FC Wülfrath 77,00 9. TSV Ronsdorf 73,50 10. Bayer Wuppertal 67,00 11. SV Union Velbert 63,25 12. TVD Velbert 62,00 13. SSVg Velbert 61,33 14. SV Jägerhaus Linde 58,80 15. FSV Vohwinkel 58,00 Grün-Weiß Wuppertal 58,00 17. SSV Sudberg 54,00 18. FC Mettmann 08 53,00 19. SC Cronenberg 51,50 20. SSVg Heiligenhaus 51,33 JETZT FÜHREN DÖNBERG UND BEYENBURG DIE BARMENIAWETTBEWERBE AN TOP 20 Zwei Kreisliga-Klubs haben vor dem Saison-Endspurt gute Aussichten, den diesjährigen Wettbewerb zu gewinnen. Die Sportfreunde Dönberg sind im Haupt-, der TSV Beyenburg liegt im Jugendwettbewerb vorne. Verfolgt werden beide von den Breiten Burschen Barmen, die darauf hoffen, dass schon im nächsten Jahr ihr Platz im Rauental einen Kunstrasen erhält. Jugendwettbewerb Pos. Verein Punkte 1. TSV Beyenburg 97,00 2. Breite Burschen Barmen 96,80 3. TSV Gruiten 95,21 4. SV Jägerhaus Linde 94,20 5. SC Velbert 92,48 6. SV Union Velbert 91,94 7. SF Dönberg 89,86 8. SC Cronenberg 89,80 9. Bayer Wuppertal 88,73 10. SV Heckinghausen 88,06 11. Grün-Weiß Wuppertal 87,92 12. Langenberger SG 87,75 13. Viktoria Rott 86,56 14. Fortuna Wuppertal 85,93 15. Union Wuppertal 85,89 16. SSV Sudberg 85,50 17. TVD Velbert 84,75 18. CSI Milano Wuppertal 84,00 19. Blau-Weiß Langenberg 82,40 20. WSV Borussia 82,11 Fairplay lohnt sich PÖ 080 ... beim Barmenia-Fairplay-Pokal im Fußballkreis Wuppertal-Niederberg. Infos unter www.fairplay.barmenia.de Barmenia Versicherungen I Barmenia-Allee 1 I 42119 Wuppertal Tel.: 0202 438-2250 I www.barmenia.de I E-Mail: info@barmenia.de PÖ 080 Din A5 quer.indd 1 09.12.13 13:21 30 | UMSTEIGER DIE GRÖSSTEN SPRÜNGE... … von der Wuppertaler Kreisklasse in die Bundesliga gelangen Jürgen Berghaus und Lothar Angermund. Berghaus, inzwischen 61 Jahre alt und noch im Fahrdienst tätig, kam 1974 in der dritten (und letzten) Saison des WSV in der höchsten Spielklasse an den Zoo. Der ausgezeichnete Techniker, der noch bis zum Abstieg aus dem bezahlten Fußball Anfang der Achtziger für den WSV spielte, kam unter dem belgischen Trainer Janos Bedl in sieben Bundesligaspielen zum Einsatz und schoss dabei zwei Treffer. ZU OFT INS NETZ traf in diesem Jahr der von Fußball auf Tennis umgestiegene Lothar Angermund. Nun ist es für Fußballer ja eigentlich das Wichtigste, ins Netz (wenn es nicht das eigene ist) zu treffen. Doch fatal wird es, wenn sie zum Tennis übergewechselt sind und die Gewohnheit, das Netz anzuvisieren, beibehalten. So erging es kürzlich bei den 26. Wuppertaler Stadtmeisterschaften im Hallen-Tennis den alten Fußball-Cracks wie Lothar Angermund, der zu Bundesligazeiten des WSV im Team von Horst Buhtz etliche Einsätze bekam, dessen Sohn Sascha (beide Blau-Weiss Elberfeld) und Jürgen Lehr vom TC Uellendahl, der mit dem WSV 1972 in die erste Bundesliga aufgestiegen war. Alle drei mussten mit ansehen, wie ihre Bälle immer wieder im Netz landeten und sie folgerichtig jeweils bei ihrem ersten Spiel in den KORunden ausschieden. Versteht sich, dass alle drei „Umsteiger“ immer noch gerne an die guten, alten Bundesligazeiten zurückdenken. Mehr als 1.000 Zuschauer kamen in die Sporthalle Heckinghausen, als der Fußball-Report und die BHZ einen deutsch-italienischen Abend veranstalteten. Erst spielte das Promi-Team mit (von links oben) Manni Reichert, Vlado Kovacic, Emil Meisen, Trainer Herbert Burdenski (im Jahre 2001 im Alter von 79 Jahren verstorben), Jürgen Berghaus und Lothar Dupke sowie unten mit Rennfahrer Edgar Dören (verstorben im Jahre 2004), Trainer Kalli Hoffmann und Rolf Müller. Danach gewann die italienische Handballnationalmannschaft gegen die Beyeröhder Handballer. UMSTEIGER | 31 Die Bundesliga-Truppe des WSV vor der Saison 1973/74 im Stadion am Zoo: Oben links: Horst Buhtz, Günter Pröpper, Manfred Cremer, Bernd Hermes, Herbert Stöckl, Georg Jung, Claus Spannenkrebs, Peter Nover, Peter Redder, Erich Miß, Jürgen Kohle. Unten von links: Gustl Jung, Theo Homann, Jürgen Galbierz, Detlef Webers, Dieter Lömm, Manfred Reichert, Emil Meisen, Lothar Angermund, Willi Neuberger. Sitzend von links: Uli Gelhard, Manfred Müller. Der WSV gewann auch das Bayer-Turnier und Lothar Angermund den Pokal. ACHT BERGISCHE JUNGS Damals, vor etwas mehr als 40 Jahren bekamen Wuppertaler Talente noch vom kürzlich verstorbenen Trainer Horst Buhtz die Chance, in der höchsten Klasse zu spielen. Nach der ersten Bundesligasaison standen 1973 „acht echte bergische Jungs“ im Kader, nämlich Jürgen „Boxer“ Kohle, Manni Reichert, Detlef Webers, Claus Spannenkrebs, Peter Redder, Erich Miß, Uli Gelhard und Lothar Angermund. Das war in der ersten Bundesliga. Und heute in der fünften Liga muss man beim WSV nach heimischen Talenten suchen. Obwohl es diese gibt. Zum Beispiel in der eigenen U 19... Talente brauchen eine Chance! Wenn nicht jetzt - wann dann? Jürgen Berghaus kam damals von der zweiten Mannschaft des ASV zum WSV. Auf Empfehlung des früheren, leider längst verstorbenen Trainers Günter Taudien. Lothar Angermund kickte bei der SG Langerfeld. Der Autor fuhr mit WSVTrainer Buhtz zur Grundstraße in Langerfeld, wo Angermund trainierte. Einer wie Buhtz schaute sich den schmalen Techniker eine halbe Stunde an und entschied: „Den nehmen wir...“ MANFRED OSENBERG 32 | GA-POKAL 2015 LINDES TANZ AUF DER RASIERKLINGE Riesenfreude bei Linde nach dem GA-Pokalsieg 2014. Jetzt muss die neu formierte Mannschaft um den Klassenerhalt in der Bezirksliga bangen. Der Vertrag mit Trainer Björn Joppe wurde frühzeitig verlängert. Ein gutes Zeichen im Abstiegskampf. Foto: ODETTE KARBACH Erst die Rückkehr in die Bezirksliga, dann der überraschende Gewinn des GA-Pokals. Der SV Jägerhaus-Linde feierte im Jahr 2014 das Double im Wuppertaler Fußball und steht jetzt vor einem ebenso überraschenden Absturz. D enn trotz sieben Punktspielen ohne Niederlagen, davon drei Unentschieden gegen die Spitzenklubs Heiligenhaus, Vohwinkel und ASV Mettmann, droht der Abstieg. Kein Wunder, dass die vom Verletzungspech verfolgte Mannschaft auf Grund der prekären Situation derzeit noch keinen Bock auf den GAPokal hat, der vom 18. bis 29. Mai mit der ersten Runde ausgespielt wird. In dieser Quali-Runde trifft Linde auf dem Freudenberg auf den wiedererstarkten SSV Germania 1900. Auch die drei Wuppertaler Landesligisten müssen gleich in der Quali ran. Alle auswärts. Während der Cronenberger SC auf der Kaiserhöhe gegen den BV spielt, muss Ronsdorf Ende Mai zu Trabzonspor. Grün-Weiß Wuppertal trifft erstmals auf den Nachbarn Breite Burschen Barmen. Gut möglich, dass die Begegnung von der Rauentaler Asche auf den Kunstrasen im Höfen verlegt wird. Mit dem Achtelfinale geht es vom 28. bis 30. Juli weiter. Die Viertelfinals werden am 1. und 2. August gespielt, je zwei an einem Tag und auf ei- ner Platzanlage. Für die Ausrichtung des Finales hat sich der FSV Vohwinkel bereit erklärt. Das Finale wird wieder als Final-Four ausgespielt und ist für den 8. oder 9. August vorgesehen. In einer Woche beginnt die neue Saison, die Meisterschaft in den Ligen des Fußballverbands Niederrhein. Mit dem noch amtierenden GA-Pokalsieger in der Bezirksliga? Ein Abstieg mit diesem Kader wäre wirklich überraschend. MANFRED OSENBERG BEZIRKSLIGA NEWS | 33 FSV Vohwinkel „DAS DING IST DURCH!“ „Was soll ich denn machen?“ SEbastian Dose wechselte im Winter von Linde zum Konkurrenten Sudberg. Aber auch Dose resignierte bei den vielen Niederlagen der Schwarz-Blauen. Foto: ODETTE KARBACH FUSSBALL-REPORT-Prognose Anfang April 2015: Der WSV II steigt erneut ab, der FSV Vohwinkel nicht wieder auf. Und sowohl der SSV Sudberg als auch der SV Jägerhaus-Linde müssen zittern bis zum letzten Spieltag. S tefan Jäger gehört zu den erfahrenen Trainern Wuppertals. Und zu den treuesten. Nach gefühlten 20 Jahren beim Achterbahnklub TSV Fortuna Wuppertal ging der Mann mit der fleischfarbenen Badekappe freiwillig ins zweite Glied und gibt den als Trainer noch unerfahrenen Marc Bach beim Bezirksliga-Tabellenzweiten erfolgreiche und wichtige Hilfestellung. Jäger würde den April am liebsten aus dem Kalender streichen. Die tolle Rückrundenserie endete jäh mit zwei Pleiten in Folge. Das Remis gegen Linde wurde in der grünen Lün- tenbeck als Alarmsignal registriert. Das 0:3 gegen den VfB Solingen war wie ein Schock für die Bach-Stelzen, die durch die Verletzung von Kapitän Toni Musto geschockt wurden. Folge: Aleksic stellte mit seinem Treffer kurz vor der Pause die Weichen zum 3:0-Erfolg. Durch die überraschende Niederlage verliert der FSV im Kampf um den Aufstieg deutlich an Boden. Tabellenführer SSVg Heiligenhaus hat die 0:5-Pleite gegen den FSV zum Rückrundenstart längst verdaut und gab sich beim 5:0 gegen den Hastener TV keine Blöße und hat nun wieder ein Polster von zehn Punkten. Vohwinkels Trainer Marc Bach ist Realist: „Bei der aktuellen Tabellensituation brauchen wir über einen möglichen Aufstieg nicht mehr zu sprechen. Das Ding ist durch.“ Sudberg beendet seine Misserfolgsserie durch einen 4:2-Sieg gegen die Zweite des WSV, die in der Rückrunde endlich verstärkt wurde. Zu spät. Das weiß auch Trainer Micki Miljak, der wahrscheinlich auch in der nächsten Saison in der Kreisliga A die Zweite trainieren wird. Auch Björn Joppe bleibt Trainer auf Linde. Selbst für den Fall eines Abstiegs wurde der Vertrag bis Juni 2016 verlängert. 34 | KREISLIGA-DRAMATIK Auf dem Hardenberg bestimmten Zweikämpfe das Spitzenspiel der Kreisliga B. Hier Union-Torjäger Drilon Fetahaj (links) gegen Tim Manske. Foto: ODETTE KARBACH WENN ZWEI SICH STREITEN... Mit einem leistungsgerechten 1:1 endete der Hit der Kreisliga B am Hardenberg. Lachender Dritter ist der TSV Neviges, der das österliche Gipfeltreffen in der Gruppe 2 gegen den TSV Union Wuppertal mit 4:3 gewann und eine ausgezeichnete Ausgangsposition im Aufstiegsrennen schuf. I m mit Spannung erwarteten Spitzenspiel bei Union Wuppertal konnte die Dritte des SSV Germania 1900 nach einer durchaus überzeugenden Leistung immerhin einen Punkt ergattern. In einem ordentlichen Match, das jederzeit spannend war, hatten dabei beide Teams die Chance zum Sieg. Die Freudenberger kamen gut ins Spiel und er- arbeiteten sich erste Chancen. Allen voran der glänzend aufgelegte Michele Bakolas brachte die Abwehr der Hausherren mehrfach in Bedrängnis. Nach einer Flanke von Peter Jung konnte Marc Manske die umjubelte Führung erzielen. Danach übernahm aber der Aufstiegsfavorit von der Nordhöhe das Kommando. Nach einer Stan- dardsituation konnte Hoffmann zunächst noch den Ball parieren, gegen den Nachschuss war er dann aber machtlos. Nach dem Wechsel hatten dann beide Teams in dem kampf betonten Spiel ihre Drangphasen. Für Union verpassten Boran und Kalle die Führung knapp. Für Germania scheiterten Manske, Jung und Ngatchou. AUFSTIEGSKAMPF IN DER KREISLIGA A | 35 Der SC Sonnborn ist in der Rückrunde prima in Fahrt gekommen. Hier eine Szene aus dem Ortskampf gegen den SV Bayer Wuppertal, der in der nächsten Saison in der Kreisliga A „angreifen“ will. HOFFNUNG IM HAFEN W ährend sich viele Experten des Wuppertaler Amateurfußballs über die winterlichen Wechselspiele am Gelben Sprung wunderten und den ASV zum klaren Aufstiegsfavoriten hochjubelten, blieb Sonnborns Chefcoach Ralf Schnitzler ruhig: „Die vielen Zugänge des ASV bringen Unruhe in die Mannschaft. Das kann nur gut für uns sein.“ Tatsächlich zeigten sich die Barmer Favoriten in der Rückrunde nicht immer souverän. Nach drei 3:0-Siegen in Folge und dem klaren 7:2 gegen Grün-Weiß II erhielten die Aufstiegshoffnungen des ASV durch eine nicht eingeplante, überraschende 2:3-Schlappe bei der Dritten des SC Velbert einen erheblichen Dämpfer. Fast alles deutet darauf hin, dass erst am allerletzten Spieltag die Entscheidung fällt, wenn der ASV beim derzeitigen Tabellenführer Jugoslawija antreten muss. Im vorletzten Auswärts- match am 25. Mai um 15 Uhr muss der ASV zum Konkurrenten SC Sonnborn, der Ende Mai auch noch im GA-Pokal bei Einigkeit Dornap antreten muss, während Konkurrent ASV nach Dönberg „reisen“ muss. Noch einmal Ralf Schnitzler zur Jagd auf Aufstiegsplatz zwei: „Gut möglich, dass wir bei der Kunstrasen-Premiere im Sonnborner Hafen gewinnen und am ASV vorbeiziehen werden...“ MAO/Foto: ODETTE KARBACH 36 | SPIEL DES MONATS HAUPTSACHE, NICHT ZWEIS In der Leistungsklasse und im Kreispokal eilen die A-Junioren von Sieg zu Sieg. Aber im Niederrheinpokal-Wettbewerb wurde der Siegeszug des Cronenberger SC gestoppt. Gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach gab es vor knapp 300 Zuschauern an der Hauptstraße eine 1:9 (0:6)-Klatsche. D as erwartete Pokal-Aus für den CSC, der aber für den ersten Paukenschlag sorgte: Der lange Kapitän Timo Leber, neben Gastro-Sohn Maxi Eisenbach auch schon in der ersten Mannschaft eingesetzt, traf nach nur 17 Sekunden aus 25 Metern den Querbalken. Ein Zeichen? Der Schuss des starken Leber sorgte für Stimmung, ein wenig Hoffnung auf die Pokalsensation keimte auf. Die wurde aber schnell getrübt, als den Cronenbergern eine Abwehraktion misslang und der Gladbacher Paul Odendahl aus 18 Metern CSC-Keeper Lukas Hartmann, der trotz der vielen Gegentore eine sehr gute Partie absolvierte und von Gästetrainer Arie van Lent gelobt wurde, das erste Mal zur frühen Führung überwand. In den Folgeminuten kombinierten die Gladbacher die CSC-Defensive teilweise schwindelig und hatten Pech, dass innerhalb von 60 Sekunden dreimal Aluminium getroffen wurde. Aber es fielen ja noch acht weitere Gegentreffer. Das Spiel war frühzeitig entschieden. Immerhin kam der CSC zum Ehrentor. Nach einer Flanke von Gianluca Muzzi traf Nicolas Kaiser nach 54 Minuten. Nationalspieler Dennis Eckert stellte mit seinem dritten und vierten Treffer des Tages den Endstand her. Das Cronenberger Fazit fiel trotz des 1:9 noch positiv aus: Gegen das Bundesliga-Spitzenteam aus Mönchengladbach hatten die Cronenberger keine Chance. Allerdings ist das Pokal-Aus kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Jetzt gilt die absolute Konzentration auf das Kreispokalfinale und die Meisterschaft. Die kommenden Gegner werden sicherlich nicht die Qualität der Gladbacher haben... STELLIG Junioren | 37 Das CSC-Team: Hartmann – Feußner (Ellrich/51.), Cakolli, Aid Hasan, Rieseberg – Eisenbach (Muzzi/44.), Wülfrath (Kroll/84.) – Kaiser (Burruano/69.), Ottenbruch, Zoubae – Leber. 38 | das letzte Rückendeckung Auch „Tava“ konnte den für den FC Remscheid stürmenden Ex-Wuppertaler Lopez-Torres nicht entscheidend bremsen. Dass Jean-Louis Tavarez von Grün-Weiß zum WSV zurückkehren wird war ebenso ein April-Scherz in der April-Ausgabe wie der „Hinweis“, dass ab 1. April die starke U 19 des WSV für ihre blasse Oberligamannschaft einspringen soll. Offensichtlich war unser „Wink mit dem Zaunpfahl“ nicht ohne Wirkung geblieben. TATSÄCHLICH sollen jetzt ENDLICH die eigenen Talente eine Chance in der ersten Garnitur des WSV bekommen. Foto: HOLGER BATTEFELD IN SONNBORN... Presse plätze ...trifft ein 40-jähriger Mann einen gleichaltrigen Hundebesitzer. „Hören Sie mal. Ihr Hund hat meine Schwiegermutter gebissen. „ - „Oh. Tut mir leid. Jetzt wollen Sie wohl Schmerzensgeld haben...“ - „Aber nein: Ich möchte den Hund kaufen!“ FRAGE Wie nennt man einen BeamtenWindhund? Schildkröte. IM STADION... ...kommt ein farbiger Ex-Profi in den Innenraum und trägt einen Papagei auf der Schulter. Fragt ein Fan: „Wo haste den denn her?“ - Krächzt der Papagei: „Aus dem Senegal!“ Wenn der Fotograf zum Klo muss... Notfalls hilft ein Mülleimer weiter... | 39 Stanztechnik · Werkzeugbau Umformtechnik · Komponenten MÜHLHAUSE GMBH · Auf‘m Angst 9 - 10 · 42553 Velbert info@muehlhause.de · www.muehlhause.de Als Hersteller von Stanzteilen aller Art setzen wir Kundenwünsche in spezifische Lösungen und Produkte um. Mühlhause ist stolzer Sponsor der SSVg Velbert 02 Saisonfinale - nur noch drei Heimspiele bis zum Ziel! Die nächsten Spiele in unserer Christopeit- Sport Arena: 03.05.2015 · TV Jahn Hiesfeld 17.05.2015 · TURU Düsseldorf 31.05.2015 · Krefeld - Fischeln Aktuelle Informationen rund um die SSVg Velbert 02 unter www.ssvg.de. SSVg Velbert 02 - Sport für Velbert - mein Verein! 40 |